Hoch die Tassen!

Ist wirklich schon wieder Weiberfastnacht? Ich bin ja nicht so unbedingt der Karnevalsfan. Gar nicht mal, was das Verkleiden angeht. Aber diese Massenbesäufnisse, die gruseln mich schon ein bißchen. Karneval, Oktoberfest, Bullenball… Nee, nicht meins! Wobei ich auch ganz gerne feiern gehe. Aber als stillende Mama fragt man sich dann ja erstmal: Darf ich das jetzt überhaupt?

Beim Krieger stand das Thema Alkohol und Stillen gar nicht zur Debatte. Da ich ihn ja sowieso nur sehr kurz gestillt habe und in der Zeit auch nicht auf irgendwelche Parties wollte, habe ich mir da überhaupt keine Gedanken drum gemacht. Als beim Lüff dann aber ein Ende der Stillbeziehung nicht absehbar war, und ein Abstillen, selbst wenn ich gewollt hätte, gar nicht ohne weiteres möglich gewesen wäre, wollte ich trotzdem auch mal wieder ausgehen. Man ist ja auch noch Mensch, neben dem Mutterdasein. Ich gehöre jedenfalls nicht zu den Frauen, die im Betüdeln ihres Nachwuchses die totale Erfüllung finden. So ein bißchen was an sozialen Kontakten fernab der Familie darf es schon sein. Selbst wenn ich nicht mehr die Partyhummel von früher bin (gehöre ja auch schon nicht mehr zum jüngsten Semester, auch wenn mir diese Tatsache manchmal hart abgeht), so hin und wieder schwing ich doch ganz gerne mal das Tanzbein und lehne nicht jeden Grund zum Feiern gleich kategorisch ab. Und wenn ich auch durchaus ohne Alkohol in der Lage bin, meinen Spaß zu haben, finde ich eigentlich nicht, dass man sich selbst als Mutter zur absoluten Askese verdonnern muss.

Bei mir stellte sich die Frage, ob ich „das“ jetzt darf, vor ziemlich genau drei Jahren. Das Lüff hatte grade ihre ersten Geburtstag gefeiert, da stand schon die nächste Party an. Meine Freundin feierte ihren Geburtstag. Und weil Karneval war, und sie aus rheinischen Gefilden stammt – wie kann es anders sein – natürlich verkleidet. Und natürlich würde auch getrunken werden. Und ich fragte mich: Als was verkleide ich mich bloß? Uuuund habe ich Lust, als einzige nüchtern zu sein? Nein. Ich hatte Lust, auch was zu trinken! Aber deswegen Abstillen? Die damit zusammenhängende Problematik habe ich ja schon erwähnt.

Aber jetzt mal echt: Stillen und Alkohol – geht das überhaupt? Meine Freundin – selbst stillende Mama – meinte: „Klar! Wenn man nicht zu viel trinkt und gewisse Zeitabstände beachtet, dann sitzt auch mal ein Gläschen drin!“ Ich wäre nicht ich, wenn ich es jetzt nicht ganz genau hätte wissen wollen. Also fing ich an zu recherchieren. Und fand heraus, dass es tatsächlich geht. In einer Studie des Bundesinstitut für Risikobewertung steht sogar:

„Als Ergebnisse sind folgende Befunde festzuhalten: Nach Trinken eines Viertelliters Wein (12,5 Vol.-% Alkohol) über 30 Minuten ergibt sich etwa 40 Minuten nach Beginn des Trinkens eine maximale Blutalkoholkonzentration der stillenden Mutter von 0,63 g/l (entspricht 0,59 Promille). Wenn das Stillen unmittelbar im Anschluss an die Alkoholaufnahme erfolgt, beträgt die maximale Alkoholkonzentration im Neugeborenen 0,003 g/kg KG (entspricht 0,0028 Promille) nach der ersten und 0,0035 g/kg KG (entspricht 0,0033 Promille) nach der zweiten Stillmahlzeit (Stillvorgänge alle zwei Stunden). Bei dem drei Monate alten Säugling (Stillen alle drei Stunden: höheres Stillvolumen) lag die maximale Alkoholkonzentration nach der zweiten Stillmahlzeit bei 0,004 g/kg KG (entspricht 0,0038 Promille). Das Trinken von 0,1 l Sekt über 30 Minuten, von 0,5 l alkoholfreiem Bier (≤ 0,5 Vol.-% Alkohol), Saft (≤ 0,08 Vol.-% Alkohol) oder NullkommaNull-Bier (0,01 Vol.-% Alkohol) ergeben wegen der deutlich geringeren Alkoholmengen im Vergleich zu 0,25 l Wein niedrigere Spitzenkonzentrationen im Blut der Mutter.
[…]
Die Gabe eines pflanzlichen Arzneimittels in der vom Hersteller angegebenen Dosierung führt zu einer maximalen Alkoholkonzentration von 0,015 g/kg (0,014 Promille) beim Neugeborenen (3 x 5 Tropfen) und von 0,015 g/kg (0,014 Promille) beim drei Monate alten Säugling (3 x 10 Tropfen) und erreicht damit deutlich höhere Blut- und Gehirnkonzentrationen als bei Aufnahme von Alkohol über Muttermilch.“

Das bedeutet im Umkehrschluss: Wenn ich bereit bin, meinem Stillkind ein Medikament zu geben, das Alkohol enthält, ihm nach Beikoststart Banane, Milchschnitte (ja, meine Kinder dürfen, mögen sie aber nicht) oder Apfelsaft gebe, dann muss ich nicht zwingend auf Alkohol in der Stillzeit verzichten. Und theoretisch wären sogar ein-zwei Gläser mehr drin, wenn man mal die Blutalkoholwerte beim Kind zwischen beschwipster Mutter und Arzneimittel vergleicht. Um letzteren Wert zu erreichen, müsste ich mir schon ganz schön einen Ansäuseln. Wenn ich dann an den nächsten Morgen denke… Näh! Da halte ich mich nicht nur wegen des Stillens zurück, sondern es reicht der Gedanke, verkatert zwischen den Kinden sitzen zu müssen, die bestimmt keine Rücksicht auf Mamas Helm nehmen.

Und bevor irgendwelche Moralapostel jetzt meinen, das wäre meine Ausrede, mich ständig hemmungslos zu besaufen: Nein. Während der Schwangerschaft und mit voll gestilltem Kind (Achtung, Wortwitz: Voll gestilltes Kind *harr harr*) war Alkoholkonsum immer tabu. Aber ich habe für mich entschieden, dass ich kein schlechtes Gewissen haben muss, wenn ich mir hin und wieder mal einen Tropfen gönne.  Und Abstillen muss deshalb schon lange nicht sein. In diesem Sinne, ob Sekt oder Selters:

Hoch die Tassen!

Miau! Ich habe mich übrigens als Katze verkleidet. Kratzbürstig wie ich bin.

Eine riesen Matschastrophe!

Meine großen Kinder sind ja manchmal eher so Stubenhocker. Was ich grundsätzlich auch gut verstehen kann, aber so hin und wieder können sie ja ruhig doch mal vor die Tür, findet ihre Mama. Die kleine Schwester übrigens auch. Wie dem auch sei, nachdem es heute vormittag so schön geschneit hat, dachte ich mir, ich jage die Drei mal vor die Tür. Passenderweise wollten die liebsten Nachbarskumpel auch grad raus. Während ich die Mädels noch in  der Witterung angemessene Klamotten pfropfte, düste der Große schon los, um seinen Kumpel abzuholen.

Als ich mit den Mädels dann raus kam, war von den Jungs weit und breit nüscht zu sehen. Wir juckelten zum Siedlungsspielplatz, aber bis auf ein paar fremde Gesichter war dort niemand anzutreffen. Das Lüff naschte noch schnell ein bißchen Schnee von der Rutsche und düste dann auf ihrem Roller Richtung Reihenhäuser, um zu gucken wo ihr Best Buddy wohl stecken könnte. Ich schleppte das Effchen hinterher und hielt der großen Schwester einen Vortrag, warum Schnee von der Rutsche vielleicht nicht sooo lecker ist. Das Ganze scheinbar nur, damit sie sich vor Nachbars Haustür gleich die nächste Ladung Schnee aus von der Mutter mit großer Skepsis betrachteter Quelle in den Mund schaufeln konnte. Igitt! Aber, was einen nicht umbringt härtet nur ab, richtig?! Anyway, der Kumpel war schon mit den großen Jungs losgezogen und wir traten den Rückweg an, begleitet von Lüffs lautstarken Rufen nach ihm, die bis zum gewahr Werden der gesuchten Person konstant durch die Siedlung schallten. Spielplatz?! Fehlanzeige. Wiese?! Fehlanzeige. Ganz am Ende des matschigsten Weges der Siedlung?! Treffer!

Seit vorletztem Jahr gibt es in unserer Siedlung eine riesige Baustelle, die bei uns Bewohnern schon für einigen Unmut gesorgt hat, vor allem, weil die ursprünglich geplante Baustellenzufahrt nicht vollendet wurde. Bei der Planung der Baustraße wurden leider die zwischenzeitlich in der Nachbarschaft entstandenen Tiefgaragen übersehen und erst nach Aufschütten des halben Weges in Form eines riesigen Erdwalls, fiel den Verantwortlichen auf, dass der Weg leider doch mitten durch die Siedlung statt an ihr vorbei führen musste. Blöd für uns, aber für die Kinder ist dieser Erdhaufen natürlich ein mega Spielparadies. Und eben dort, am Ende des Weges, direkt vorm Bauzaun, hampelten die Jungs mit ihrem kleinen Bagger neben der Schaufel des großen Baggers rum.

Schwer begeistert, dass sie die vier aufgespürt hatte, machte Lüff sich, ihren Roller schiebend, auf den Weg zu ihnen. Ich wandte mich unterdessen dem Effchen zu, das noch hinter uns die Wiese erkundete und machte mir wenig Gedanken ob der Pfützen, die das Erdreich üppig zierten. Ich rief Lüff noch zu, sie könne ihren Roller auf halbem Wege stehen lassen und drehte mich zum Effchen zurück, bis ich das Lüff auf einmal laut lachen hörte. „Das Lüff ist in den Matsch gefallen!“, fielen die Jungs in ihr Lachen mit ein. „Haha! Mama, ich bin hingefallen!“, lachte auch sie. Noch. Versuchte aufzustehen. Batsch! Lag wieder im Schlamm. Strampelte sich hoch, rutschte wieder weg, ihr ehemals lila Schneeanzug von oben bis unten schlammig braun und klitschnass. Die Jungs standen daneben und lachten. Ich konnte das in dem Augenblick leider gar nicht ganz so komisch finden. Aber wenigstens das Lüff lachte noch. Ganz im Gegensatz zum Effchen, das unterdessen von mir unbemerkt auch den Weg des Matsches erobert hatte und prompt mit den Händen voran mitten in der größten Pfütze auf die Nase fiel. Bei mir an dieser Stelle ein noch recht trockenes Kind, das lautstark brüllte, am Ende des Weges ein klitschnassen Kind, das noch lachte. Und eine Mutter, die prompt in Stress geriet. Ich klemmte mir das Effchen unter den Arm (an normales Tragen war angesichts der Schlammmassen nicht zu denken) und stakste wie ein Storch durch den Matsch, um auch mein anderes Mädchen zu retten. Kurz vor dem Ziel schnell die Kleine auf die angrenzende Wiese abgestellt, zog ich das Lüff aus dem Schlamm und erklärte ihr, dass wir nun leider rein gehen müssten, weil ihr ziemlich schnell ziemlich kalt werden würde. Sie sah es noch nicht ganz ein und trat den Rückweg natürlich nicht über die Wiese an, weil sie wiederum ja noch ihren Roller retten musste. Patsch! lag sie wieder, weil sie mit den Stiefeln bis zu den Waden im Matsch versank. Ich hatte unterdessen das zappelnde und kreischende Effchen wieder unter den Arm geklemmt und befreite das Lüff erneut, nicht ohne meinen Sohn noch aufzufordern, er solle schnell nach Hause und den Vater schonmal an die Tür klingeln. Auf trockenen Pfaden angekommen, fing das Lüff dann auch schon an zu jammern: „Oh Mama, ich halte das nicht lange aus!“ Ich stellte sie auf ihren Roller und schickte sie los, schnell nach Hause zu fahren. Unterdessen war ihr Freund uns gefolgt und stand ebenfalls weinend neben mir. Ein Ast hatte das Vorderrad seines Rollers blockiert. Hektisch befreite ich das Ding, rief ihm zu, dass ich die Mädchen erstmal umziehen müsse und es bestimmt dauern würde, bis wir wieder auftauchen würden.

Zu Hause angekommen, sind die beiden dann aber erstmal untergetaucht. In der warmen Badewanne. Nachdem wir sie mit spitzen Fingern aus den verschlammten Sachen geschält hatten, was angesichts zappelnder, weil nasser und daher unleidlicher Kinder kein einfaches Unterfangen war. Und während die beiden Mädchen sich vom Rockstar bewacht in der Wanne vergnügten, verschwand ich mit Schneeanzug, Matschhose und Stiefeln in der Dusche und habe dort den halben Erdhügel durch unseren Abfluss gespült. Mindestens. Ich glaube, Stubenhocker sind mir manchmal doch lieber…

 

Mein Mann, der LKW!

Jetzt hatte es uns mal wieder erwischt. Der total überflüssige Eltern-Ausnahmezustands-über-unwichtigen-Mist-mega-Streit. Irgendwie war in den letzten Wochen schon so ziemlich die Luft raus, die Energie und Leistungsfähigkeit beim Rockstar und mir wurde immer schwächer und schwächer und ungünstigerweise – ich weiß, du kennst das – ist in solchen Momenten dieses ganze Giraffensprech dann halt doch bloß graue Theorie und man mutiert ziemlich fix zum fiesen Wolf, weil irgend ein unbedeutender Mist einen grad aber mal so richtig anpisst nervt.

Bei uns war das gestern der von mir nicht eingeweichte Haferflockenkochtopf, und das totale Unverständnis meines Mannes, warum ich eine Handlung, die doch nur 10 Sekunden in Anspruch nähme, denn nicht eben ausgeführt habe. „Aus Gründen!“, sagte ich dem Rockstar, fand aber bei ihm kein Gehör. Als sich dann der Krieger unvorsichtigerweise in den Streit einmischte (dieses Kind hat Mamas Gerechtigkeitsempfinden geerbt) und dann vom beleidigten Papa auch noch eins über den Deckel bekam (verbal natürlich!), wars bei mir ganz aus. Blöderweise hatte der Rockstar aber gar keine Lust auf Streiten und ist ganz einfach mit dem Lüff ins Bett gegangen. Das hat mich dann echt fertig gemacht, weil es bis dahin bei uns in 13 Jahren Liebesglück und Beziehungsfrust eigentlich ungeschriebenes Gesetz war, niemals vor Klärung eines Disputs ins Bett zu gehen.

Am Morgen herrschte dann dementsprechend angesengte Stimmung und ich machte mir, während der Mann die Großen zu Kita und Schule brachte, so meine Gedanken, warum eigentlich mit dem Verschwinden der ersten Verliebtheit dieser so vollkommen perfekte Mensch, der einem da Gegenüber steht, zu so einem Imperfekt wird. Also ein vergangener Perfekter. Wieso nimmt eigentlich, mit zunehmender Liebe und äquivalent abnehmender Verliebtheit (dieses närrische Gaga-Herzbibber-Verhalten meine ich) auch das Ärgern über irgendwelchen Unsinn, den der andere so verzapft, zu? Ich hab dem Rockstar jedenfalls gesagt, dass ich das total doof finde und beschlossen habe, mich nur noch daran zu erfreuen, wie viel er im Haushalt erledigt, ohne dass ich ihn bitten muss (und er macht wirklich ungeheuer viel), statt mich über das zu ärgern, was er nicht oder in meinen Augen verkehrt macht. Um einfach mal ein bißchen mehr Wertschätzung in unseren Alltag zu bringen. Ich habe nämlich einen ziemlich großartigen Mann. Nicht nur Rockstar. Putzt auch noch gern. [An dieser Stelle pulsierendes Herz Emoticon einfügen.] Und all dieses Fehlergesuche offenbart am Ende nur meine eigene negative Einstellung und nicht seine. Die wird mit dem restlichen Chaos in Zukunft auch gleich mit an den Nagel gehängt. Das ist übrigens unser eigentliches Problem: wir sind beide völlig chaotisch, was unsere Arbeitsteilung angeht. Seit Jahren zanken wir uns darum, wer was wann zu machen hat, statt einfach mal einen Plan zu machen. Was wir jetzt getan haben. Und tatsächlich hat sich rausgestellt, dass das bei uns so ist, wie mit dem Brötchen. Und in Zukunft muss ich meine Wäschestapel nicht mehr mit Klauen und Zähnen verteidigen. Aber auch nie wieder das Klo putzen. Ich bin so begeistert.

Aber bevor wir auf diese glorreiche Idee kamen, mussten erst noch ein paar Metaphern herhalten, um uns auf den richtigen Weg zu bringen. Sagt doch der Rockstar zu mir: „Ich bin wie ein Motor der morgens meistens schnurrt wie ein Kätzchen… im Laufe des Tages senkt sich der Ölspiegel… und abends, wenn der Pegel sehr niedrig ist und man doch mal überholen muß, dann läuft er nicht mehr rund und fängt an zu stottern… Dadurch kommt man sich dann mit dem Gegenverkehr ins Gehege.“ „Nee, nee“, sag ich, „Du bist der große LKW mit Ladekran, der sich alles auflädt, auch dem anderen LKW von der Ladefläche runter, soviel, dass es dir an den Seiten runterpoltert, und allen die Straße versperrt. Wir machen jetzt einen Plan!“ „Oder“, meint er, „oder ich werde zu einem 30m Tieflader mit 500ps!?“ Erschrocken schaue ich ihn an. „Aber dann kommt ja keiner mehr an dir vorbei!“ „Auch wohl wahr…. dann bleiben wir eben die beiden klapprigen Pritschwagen und verteilen die Last… aber“, sagt er und grinst mich frech an, „zumindest habe ich einen Ladekran und du nicht!“

Aus den Federn, Vögelchen!

Gestern habe ich mich recht allgemein über die theoretische Kooperationswilligkeit unserer Kinder ausgelassen. Wie ich schon schrieb, klappt das bei uns immer fast immer nie so gut, wie wir uns das wünschen. Es gibt Situationen, da klappt es tatsächlich einfach gar nicht. Vor allem morgens ist das hier so eine Sache. Fast die ganze Familie bewegt sich zwischen ausgeprägtem Langschläfertum (der weibliche Teil der Gesellschaft) und morgenmuffelndem Frühaufsteherdasein (der Sohn – von mir hat er das nicht!), nur der Vater vons Janze ist eine regelrechte Lerche und springt schon morgens um sechs relativ beschwingt aus dem Bett, um als Erstes mal überall die Fenster aufzureißen.

Frischluft ist ja ungeheuer wichtig. Relativ betrachtet jedenfalls. Der Rest der Familie nimmt es eher nach dem Motto: „Es ist noch keiner erstunken, aber erfroren sind schon viele!“, was bei den Kindern dafür sorgt, dass sich die schlechte Laune entweder noch steigert, oder aber die Haltung in eine hartnäckige Weigerung das Bett zu verlassen übergeht. Inzwischen sind wir dazu übergegangen das Lüff noch im Bett anzuziehen und meine Andeutung dem Mann gegenüber, dass es vielleicht hilfreich wäre, die Fenster bis zum Vollzug des Anziehens geschlossen zu halten, um den Temperaturausgleich vom warmen Bett in die Morgenluft für die Kinder etwas angenehmer zu gestalten, hat den Rockstar doch tatsächlich auf die Idee gebracht, man könne den Temperaturausgleich doch auch andersherum gestalten. Kühlakkus unter die Bettdecke. Dann würden die Kinder sich an die Kälte der winterlichen Frischluftzufuhr gewöhnen und auch schneller aus den Betten kommen. Ich glaube, ich werde dieses Wochenende die Praktikabilität seines Vorschlages einmal testen und bin gespannt, ob er die Idee noch immer für gut befindet, wenn ich sie unter seiner Decke von der Theorie in die Praxis umsetze. Aber ich schweife mal wieder ab…

Wo war ich? Ach ja. Das Lüff und das Anziehen. Wenn es gar nicht klappt, darf sie auch mal im Schlafanzug in die Kita. Wenn diese Vorgehensweise auch dem Ordnungssinn des Rockstars sehr widerstrebt. Diskussion gestern früh in etwa: Ich zum Kind: „Dann gehst du halt im Schlafi in die Kita.“ Er zu mir: „Das geht aber nicht!“ Ich zu ihm: Warum nicht?“ Er: „Weil ich das nicht gut finde!“ Ich: „Und du findest das jetzt so blöd, dass du deshalb einen Kampf mit ihr austragen möchtest? Viel Spaß!“ Er: „…“ Ich: „Ich packe ihr schonmal Anziehsachen für die Kita in den Rucksack. Und heute Abend geht sie angezogen ins Bett.“ Diskussion beendet. Mal ehrlich: Solange das Kind nicht friert, ist es mir pupsegal, was es trägt. Der Lüff war es doch nicht so egal. Sie hat sich in der Kita dann doch als Erstes schnell umgezogen.

Beim Krieger ist es inzwischen etwas einfacher. Solange man unseren Großen morgens nicht unter Druck setzt („Beeil dich! In fünf Minuten müssen wir los!“), prüddelt er so vor sich hin. Manchmal vergisst er dabei leider das Anziehen, so dass das Druckmachen unsererseits leider nicht ausbleibt, was wüstes Gebrüll zur Folge hat. Mein mehrfach vorgebrachter Vorschlag, das Frühstück auf nach dem Anziehen zu verschieben, um die morgenlichen Abläufe etwas zu entspannen, schlug bisher bei meinen Männern auf wenig Gegenliebe. Pyjamajunkies!

Solange ich kein Kind anziehen muss, das dabei immer wegläuft oder rumhampelt, bin ich am Morgen jedenfalls die Liebenswürdigkeit in Person. Jetzt im Winter läuft es also ganz gut, weil der Rockstar die Kinder aus den Betten schmeißt. Ich sehne mich dahingehend nicht gerade nach dem Frühling, wenn er wieder längere Arbeitszeiten hat und das nicht mehr übernehmen kann. Noch kann ich mit dem Effchen zu Hause bleiben. Wenn ich dann mit drei Kindern allein aus dem Haus muss und davon noch zwei in Jacken und Schuhe zwängen, dann hört der Spaß für mich auf. Ich bewundere jeden Menschen, der dabei ruhig bleiben kann. Aber bis dahin habe ich ja noch ein bißchen Zeit…

 

Undank ist der Welten Lohn

Vor längerer Zeit berichtete eine Mutter in ihrem Blog über einen Tag, den sie für ihr Kind freigeschaufelt hatte, der dann aber gar nicht so wurde wie geplant. Ich weiß nicht mehr, wo ich diesen Beitrag aufgeschnappt hatte. Irgendwo im Gesichtsbuch wurde jedenfalls kräftig kommentiert, und einige Mütter ließen sich darüber aus, wie schrecklich undankbar Kinder oft seien , und wie anstrengend es wäre, dass ihre Kinder doch eigentlich nie und überhaupt so gar nicht kooperieren würden, und dass es da doch normal und verständlich sei, wenn man als Mutter mal so richtig ausrastet. Mir brennt schon seitdem ich meine Antwort dort verfasst habe ein Beitrag über die, in meinen Augen sehr große, Kooperationsbereitschaft unserer Kinder in den Fingern. Aber lies vielleicht zuerst bei Schnuppismama  und meinen Perspektivwechsel dazu. Denn „Knupsi“ würde den Tag vermutlich so resümieren (und wenn du keine Lust auf meine imaginierte Kindersicht hast, dann lies einfach am Ende des eingerückten Absatzes weiter):

„Heute hat Mama mich schon viel früher als sonst aus der Kita abgeholt. Das war was ganz besonderes und ich hab mich total gefreut, weil sie sonst immer erst viiiiel später kommt. Leider konnte ich ihr das gar nicht so zeigen, denn wir sind direkt weiter in den Buchladen. Eigentlich war ich ja ganz schön kaputt von meinem Vormittag, ich hab ja so viel neues erlebt in der Kita, aber im Buchladen war es so aufregend. Ich wusste gar nicht, wo ich zuerst gucken sollte und bin von einem Regal zum anderen. Ich durfte mir auch was aussuchen. Das war gar nicht so einfach, bei den vielen tollen Büchern. Schließlich habe ich mich für ein Malbuch entschieden. Wie gut, dass Mama mir beim Aussuchen geholfen hat. Ich will ja nicht, dass sie ungeduldig wird. Sie hat ja immer so viel zu tun. Danach sind wir dann ohne Pause direkt weiter in die Bibliothek. So langsam hätte ich zwar eine Pause gebrauchen können, aber Bücher sind ja so was tolles und ich durfte mir auch noch welche ausleihen. Das fand ich ganz prima und ich hab mich total drauf gefreut mir gleich zu Hause alles in Ruhe anzugucken, weil in der Kuschelecke in der Bücherei entspannen, das ging dann leider nicht mehr. Aber das Angucken zu Hause hat dann auch nicht geklappt, weil wir schon so spät dran waren und meine Schwester von der Schule abholen mussten. Ich wollte ihr dann auch am liebsten sofort die tollen Bücher zeigen, die ich für uns ausgesucht hatte, aber das ging ja leider auch nicht, weil ihre Freundin mitgekommen ist und die großen Mädchen finden dann immer, dass ich sie störe. Dabei möchte ich doch eigentlich nur mitspielen, weil es alleine echt manchmal langweilig ist. Durfte ich aber mal wieder nicht. Da war ich ganz schön enttäuscht. Ich habe es mir aber nicht anmerken lassen, weil ich ja auch noch mein Malbuch hatte und Mama mir dann gesagt hat, ich könnte ihr beim Backen helfen. Puh, da hatte ich ganz schön viel zu tun, den ganzen Tag, und war abends ganz schön kaputt. Und irgendwie klappte dann alles gar nicht mehr so, wie ich wollte und meine Bücher konnte ich auch nicht lesen und irgendwie war das alles ganz schön blöd. Und dann hat Mama mich auch noch angeschrien, dass ich undankbar wäre, weil sie heute so viel für mich gemacht hätte. Dabei habe ich mich den ganzen Tag über so angestrengt, alles gut mitzumachen. Ich glaube, manchmal vergessen die Großen, wie klein wir eigentlich noch sind. Und das ist ganz schön schwer, nach so einem anstrengenden Tag fit und gut gelaunt zu bleiben. Und meine schlechte Laune dann nicht zu zeigen, das muss ich erst noch lernen. Das ist aber so schwer, das Mama das auch nicht immer schafft. Ich verstehe nur nicht, warum es ok ist, dass Mama dann genervt ist, aber ich Ärger bekomme. Aber das lerne ich bestimmt auch noch.“

Wie oft beschweren wir uns, dass unsere Kinder nicht richtig mitmachen und stur ihr eigenes Ding durchziehen, ohne Rücksicht auf ihre Mitmenschen (also uns Eltern, ganz speziell) und wir immer erst laut werden müssten, bevor die lieben Kleinen (die wir in solchen Situationen oft gar nicht so lieb haben) parrieren kooperieren. Und wie oft endet so eine Situation in schrecklichem Gezanke, mit frustrierten Eltern auf der einen und weinenden Kindern auf der anderen Seite. Aber muss es denn wirklich immer so weit kommen?

Nicht, dass du jetzt denkst, ich bin hier der Übermensch mit erhobenem Zeigefinger. Nein, gar nicht. Ich bin eine hitzköpfige, ungeduldige, temperamentvolle Mutter und es gibt genug Situationen, die mich dazu bringen, zu explodieren wie ein Schnellkochtopf. *bähmm* Aber ich finde dieses Verhalten bei mir selbst so schrecklich, dass ich versuche, dem aus dem Weg zu gehen, indem ich mir bewusst mache, ob die Ansprüche, die ich an meine Kinder stelle, gerade gerecht und gerechtfertigt sind. Oftmals sind sie das nämlich so gar nicht. Was wir Erwachsenen in unserem Alltagstrott und unserer zementierten Erfahrungswelt jedoch gern übersehen. Termindruck, Eile, wichtige Verabredungen, Ladenöffnungszeiten… für all das haben kleine Kinder noch kein Bewusstsein. Sie leben im Hier und Jetzt und ihre Welt besteht aus dem, was gerade ist, und ein Zeitempfinden entwickelt sich erst im Grundschulalter. Das Spiel ist ihre Arbeit und hat in ihren Augen die gleiche Priorität, wie unsere Anliegen. Kinder agieren nach dem Lustprinzip (was übrigens auch wir Erwachsenen tun, wenn uns die Möglichkeit dazu gegeben ist) und können nicht erkennen, weshalb unser Vorhaben wichtiger ist, als das was sie tun oder tun wollen. Trotz allem wollen unsere Kinder eigentlich kooperieren – wenn wir ihnen denn die Möglichkeit dazu geben.

Ich selbst versuche deshalb stets, meinen Kindern meine Pläne rechtzeitig mitzuteilen. So dass ich etwa am Vorabend schon sage, wenn es morgens eilig werden könnte. Oder ich sage ihnen, dass sie noch einen gewissen Zeitrahmen zum spielen hätten, dass sie mich dann aber unterstützen müssten. Beim Lüff bin ich oft erfolgreich, wenn ich sie auffordere mir durch ihre Kooperation zu helfen (z.B. „Du musst mir helfen und dich schnell anziehen lassen. Danach kannst du noch ein paar Minuten spielen.“). Meistens ist sie dann sehr engagiert bei der Sache. Aber natürlich nicht immer. Natürlich gibt es auch bei uns Tage, an denen so gar nichts zu klappen scheint. Bei fünf dickköpfigen Menschen bleibt das nicht aus. Wenn es dann doch einmal laut wird, dann halte ich  zwei Dinge für unabdingbar:

1. Ich werde niemals beleidigend!
Ich bin authentisch. Ich bin ein lauter Mensch und ich kann mich nicht verbiegen. So wie ich es meinem Kind gestatte Ärger und Wut zu zeigen, so erlebt es das auch von mir. Trotz allem versuche ich achtsam zu sein und mein Kind nicht durch mein Tun zu verängstigen. Ich bin keine Übermutter, die niemals schreit und halte es auch für falsch, dies nicht zu tun, denn in meinen Augen ist es existenziell mit negativen Gefühlen umgehen zu lernen. Aber ich brülle nicht, bis mein Kind – überspitzt gesagt – heulend und zitternd in der Ecke sitzt.

2. Ich bitte mein Kind um Entschuldigung.
Auch wenn ich der Meinung bin, dass es menschlich ist, laut zu werden, so ist es trotzdem eine unangenehme Verhaltensweise. Ich muss als Mutter nicht unfehlbar sein. Trotzdem muss ich eingestehen können, wenn ich Fehler gemacht habe. Wenn ich in der Lage bin aufrichtig um Verzeihung zu bitten, so lernt es (hoffentlich) auch mein Kind.

Und mal ganz ehrlich: Meist sind wir doch eigentlich diejenigen, die unkooperativ sind. Wir stellen unsere Kinder vor vollendete Tatsachen, ohne dass sie die Wahl haben. Wir planen ihren kompletten Tagesablauf durch, ohne sie zu fragen und wundern uns, dass sie irgendwann nicht mehr mitspielen. Respektieren wir doch unsere Kinder als gleichwertige Familienmitglieder, statt über ihre Köpfe hinweg zu entscheiden. Lassen wir sie dort mitentscheiden, wo die Möglichkeit dazu besteht. Und wenn wir genau hinschauen, und mit ganz viel Fantasie versuchen in die Köpfe unserer Kinder zu schlüpfen, dann merken wir schnell, wie sehr sie sich bemühen uns zufrieden zu stellen. Seitdem wir nicht mehr so starre Rahmen ziehen, ist vieles bei uns entspannter und unsere Kinder erscheinen uns gar nicht mehr so undankbar. Am Ende sind vermutlich wir es, die undankbar sind.

Ich hatte eine Freundin

Ich hatte eine Freundin
wild, unbeugsam und frei
wir tanzten, sangen, lachten
so ging die Zeit vorbei
Das Band der Freundschaft eng geknüpft
so hab ich es geseh’n
Sie sah nur Konkurrenz in mir
und ließ mich einfach stehn.

Ich hatte eine Freundin
niemals war ich allein
mein Herz schlug für sie aufrichtig
bis tief hinab ins Bein
„Du bist zwar meine Freundin ja“
das sagte sie zu mir
„doch bist nicht so wie ich es will,
drum bleib ich nicht bei dir!“

Ich hatte eine Freundin
nein – eigentlich waren’s drei
und jedes, wirklich jedes Mal
da brach mein Herz entzwei.

Diese Wut ist doch echt zum Kotzen!

Gerade eben habe ich in der Gesichtsbuch-Timeline meines Mannes einen Post gelesen… Ich war versucht, in seinem Namen zu antworten. Kannste na klar nicht bringen. Und bei dem sicherlich lustig gemeinten Post jetzt einen bösen Kommentar drunter zu hauen, ist vielleicht auch nicht unbedingt angebracht. Vielleicht war ja auch alles ganz anders als ich es mir vorstelle. Da es aber meist ziemlich gleich abläuft, mache ich mir jetzt öffentlich Luft, in der Hoffnung, vielleicht den Ein oder Anderen zu erreichen.

Aber, worum geht es eigentlich? Darum:

Da ist also ein Kind in höchster emotionaler Not, in der es vermutlich allein gelassen wurde (was nicht sein muss, ich aber unterstelle, weil ein Kind, das emotional aufgefangen wird, keine halbe Stunde so schreit, bis es sich übergeben muss), und nicht nur, dass der Vater sich über das Verhalten seines Kindes mit so einem Post lustig macht, nein. Es folgen *haha*-Smileys als Reaktion und bissige Kommentare. In unserer Gesellschaft eine ziemlich normale Reaktion, oder? Das Kind schreit rum. Als Eltern versteht man den Grund nicht. Eigentlich interessiert er auch nicht so richtig. Kinder regen sich ja schnell mal auf. Und dann dieses Geschrei. Das nervt aber auch echt abartig. Und dann hört das Kind noch nichtmal, wenn man ihm sagt, es soll sich jetzt mal wieder einkriegen. Vermutlich haben wir dieses elterliche Verhalten alle mehr oder weniger in unserer Sozialisation so erlebt und sehen deshalb gar keine Alternative dazu, als dem Kind das Gefühl zu geben, es sei falsch mit seinem Gefühl der Wut.

Mir tut sowas weh. Und es macht mich wütend. Warum? Weil ich so ein Verhalten schrecklich empathielos finde. Weil es auch anders geht und gar nicht erst soweit kommen muss.

Stell dir einmal vor, du ärgerst dich grade furchtbar über irgendetwas. Vielleicht hast du dich mit deinem Partner gestritten. Oder du warst gerade mit etwas Schönem beschäftigt, und ein Freund reißt dir die Sachen, die du gerade hälst, aus der Hand. Vielleicht ein Buch, das du gerade gelesen hast. Oder dir wird gesagt, du müsstest das, was du tust sofort beenden, weil das, was dein Partner machen will, wichtiger wäre und du erkennst aber nicht, wieso es wichtiger sein soll. Egal was. Stell dir einfach dieses Gefühl vor, das dabei in deinem Bauch entsteht. Bestimmt fällt es dir in so einer Situation schwer, ruhig zu bleiben und nicht zu schreien. Dabei die richtigen Worte zu finden. Ich schätze, auch als Erwachsener fällt es dir schwer, deine Emotionen zu kontrollieren. Du wirst wütend. Aber so richtig. Wie lange brauchst du, bis die Wut nachlässt? 5 Minuten? 10? Vielleicht trägst du sogar deine Wut den halben Tag mit dir herum. Und nun stell dir vor, dein Gegenüber macht dazu noch blöde Bemerkungen, nach dem Motto „Nun stell dich mal nicht so an!“ oder „Was du schon wieder hast!“ oder noch besser: „Wenn du jetzt nicht endlich aufhörst, dann gibt es gleich richtig Ärger!“ Kommen dir diese Sprüche bekannt vor? Würden sie dir helfen? Oder würdest du respektiert werden wollen? Schließlich bist du ja ein erwachsener Mensch, der Respekt verdient hat.

Zu einem Erwachsenen würden wir so etwas kaum sagen. Wie leicht fällt es uns aber, unseren Kindern gegenüber solche Äußerungen zu treffen. Meist aus reiner Hilflosigkeit. Und aus Wut – über deren Wut. Aber nun stell dir einmal vor, du hättest noch nicht gelernt, deine Emotionen zu kontrollieren. Weil dieses Gefühl der Wut noch ziemlich neu für dich ist, und dich ganz unmittelbar trifft und du noch gar nicht weißt, wie du damit umgehen sollst. Kannst du dir vorstellen, wie wütend du sein müsstest, um so zu brüllen, dass du dich übergeben musst? Kannst du dir vorstellen, wie du dich da fühlen würdest? Vermutlich im wahrsten Sinne des Wortes „zum Kotzen“.

Was glaubst du, würde dir helfen aus dieser Wut heraus zu kommen? Ein Gegenüber, das dir sagt, oder wohlmöglich brüllt, du sollst endlich still sein? Jemand, der dich in deiner Verzweiflung, deiner seelischen Not, deiner Ohnmacht allein am Boden liegen lässt? Oder vielleicht eher jemand, der sich neben dich setzt, und dir das Gefühl gibt, dass er dich ernst nimmt?!

Du musst nicht wissen, warum dein Kind wütend ist. Oftmals ist es schwer, zu erkennen, was diese kleinen Wesen gerade so sehr bewegt. Aber es hilft, da zu sein. Dem Kind zu signalisieren: Ich bin bei dir. du bist nicht allein. Ich nehme dich ernst. Hilf deinem Kind dabei, das Gefühl zu benennen. „Du bist wütend, ich weiß. Vielleicht hilft es dir, wenn ich dich in den Arm nehme / vielleicht kannst du mir sagen, worüber du dich so ärgerst / vielleicht kann ich dir helfen, damit es dir besser geht?“ Warum fällt es uns eigentlich so schwer, unseren Kindern den Respekt entgegen zu bringen, den wir für uns selbst ganz selbstverständlich fordern? Warum machen wir uns im Gegenteil noch lustig? Seit wann ist aus Wut kotzen eine Phase?

Wir nennen das kindliche Verhalten eine „Phase“ – die Trotzphase. Was für ein schrecklicher, antiquierter Begriff! Allein damit zementieren wir schon unsere negative Haltung gegenüber dem Verhalten unserer Kinder. Ich finde das Wort Autonomiephase viel passender. Kleinkinder entdecken, dass sich ihre eigenen Wünsche von denen anderer unterscheiden. Sie müssen lernen, für ihre eigene Integrität einzustehen. Ihre Wünsche von denen anderer abzugrenzen. Lernen, Prioritäten zu setzen und Kompromisse zu schließen. Autonom zu werden. All das tun unsere Kinder für sich, aber niemals gegen uns. Unterstützen wir sie dabei!

Time to say Good bye!

Seit neuestem gibt es bei uns ein Lieblingswort. Also, nicht bei uns allen. Beim Effchen. Effchens Lieblingswort lautet „Kacka!“. „Kacka!“ begeistert sie enorm. „Kacka!“ dient der Bezeichnung fürs kleine und große Geschäft. „Kacka“ ist ihre Meldung für die volle Windel und für „Ich möchte aufs Töpfchen“. Außerdem ist „Kacka!“ so toll, dass es auch noch für alles andere herhalten muss. Gestern Abend saß sie zum Beispiel in der Schaukel und mühte sich mit dem Wort Schaukel ab. Was dann ungefähr so klang: “ ‚chaukel… kaukel… KACKA!“ Großes Gelächter folgte. Die Begeisterungsfähigkeit kleiner Menschen ist schon erstaunlich. Fast so toll wie „Kacka!“ ist der Gang aufs Töpfchen. Dazu nutzt sie jede Gelegenheit. Sobald jemand auf dem Klo sitzt, zerrt sie an ihrer eigenen Beinbekleidung und gibt energisch zu erkennen, dass man diese doch bitte so schnell wie möglich entfernen möge. Zeitgleich wird das Töpfchen aus der Ecke gezerrt. Wobei es aber nicht bleibt, denn sie zerrt dann lieber auch direkt den Toilettengänger vom entsprechenden Örtchen und schiebt diesem ihren Hocker über die Füße vor die Keramik. Reihenfolge variabel. Frei dem Motto: Platz da, jetzt komm ich! Mit „Kacka, da!“ wird dann noch die Sitzverkleinerung, die an der Wand hängt verlangt, und dann klettert das Effchen auf ihren Thron. Und wieder runter aufs Töpfchen. Und wieder aufs Klo. Sitzt da und freut sich und zerpflückt das Toilettenpapier. Deutet an, sich abzuwischen, schmeißt die Fitzel ins Klo, klettert – ansonsten unverrichteter Dinge – wieder runter und tappst mit hochgeklapptem Body zurück an den Ort, wo sie zuletzt gespielt hat. Manchmal hinterlässt sie dann noch hier und da ein Pfüzchen, wenn Mama nicht schnell genug hinterher kommt. Nun ist es also soweit. Das Kind will trocken werden. Das heißt für uns, mit Handtüchern bewaffnet hinter dem zumindest untenrum nackeligen Kind her zu sein, das Töpfchen anzubieten, jedes Pipi machen wohlwollend zu kommentieren (in etwa „Oh, schau mal, du hast Pipi gemacht. Vielleicht pieselst du ja beim nächsten Mal ins Töpfchen?“) und vor allem: Abschied von unseren geliebten Stoffwindeln.

Knapp daneben ist auch vorbei…

Wobei… leider sind wir seit einigen Wochen sowieso nur noch Teilzeitstoffwickler. Des Nächtens wurde Effchens bis dato eh schon schlechter Schlaf nämlich immer schlechter und schlechter, und irgendwann beschloss ich, einfach mal zu testen, ob es mit Wegwerfwindeln wohl besser gehen würde. Und was soll ich sagen? Ich mag es kaum laut aussprechen, aber tatsächlich hat es uns zumindest ein wenig Besserung gebracht. Offensichtlich ist das Effchen doch ein wenig empfindsamer als ihre Geschwister und wurde vom feuchten Klima in der Stoffwindeln immer wieder geweckt. Auch jetzt wacht sie vom Pinkeln auf, schläft aber mit den Wegwerfwindeln (die sich halt einfach schneller wieder trocken anfühlen, als jedes Trockenfleece in Stoffwindeln es ermöglicht) zum Glück schnell wieder ein. Falls du bisher darüber nachgedacht hast, Stoffwindeln zu verwenden, lass dich bitte, bitte von meinen Schilderungen nicht abschrecken! Unser Effchen ist wirklich extrem, was das angeht und ich kenne eine solche Empfindsamkeit von sonst keinem Kind. Da mein sowieso so geringer Nachtschlaf mir jedoch wichtiger ist, als dogmatisch auf die Nutzung von Stoffies zu bestehen, drücke ich beide Augen zu und hoffe, dass sie bald so gut schläft, dass sie doch wieder mit Stoffies schlafen kann. Denn ehrlich gesagt, sie sind schon ganz schön eklig, die Wegwerfwinkeln. Der Geruch ist einfach tausend mal schlimmer als der jeder schlecht gewaschenen Stoffwindel. Nach wie vor meldet sie sich ja immer noch nur nach dem Pinkeln, wodurch windelfrei leider nie eine Option für uns war. Obwohl ich das gerne probiert hätte. Aber wenn das so weiter geht, dann haben sich die Überlegungen zu diesem Thema wohl bald von selbst erledigt. Für unsere Stoffwindeln wird es auch Zeit. Nach vier Jahren im Dauereinsatz, zeitweise an zwei Kindern, sind die nämlich schon ziemlich abgerockt…

Stillen die Dritte! Still, still, still, weils Kindlein schlafen will

Kennst du dieses Weihnachtslied „Still, still, still, weils Kindlein schlafen will“!? Mehr als diese eine Zeile und eine bruchstückhafte Melodie schwirren mir ehrlich gesagt auch nicht im Kopf herum. Das dafür aber sehr konstant und jetzt schon seit ziemlich genau 18 Monaten. Jetzt ist das Effchen anderthalb Jahre und ein paar Tage auf der Welt und ein wahrer Weltmeister im Stillen. Und ich bin mir absolut sicher, dass der Liedtext keine auditive, sondern eine Laktationsaufforderung ist. Unser jüngster Spross jedenfalls hat in den letzten Monaten jeglichen Versuch ohne Brust im Mund zu schlafen – und ich meine nicht einschlafen, sondern durchschlafen! – komplett verweigert. Und wenn ich dann auf der ein oder anderen einschlägigen AP-Seite irgendwas las, vonwegen …auch deine Bedürfnisse zählen… Mamas Schlaf ist so wichtig… das Kind kann ab dem zehnten Monat lernen, ohne Brust zu schlafen… nachts geht es auch 6 Stunden ungestillt… Ächz! Ich wusste ehrlich gesagt so manches Mal nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Mein Kind hält Mamas Schlaf auf alle Fälle für komplett überbewertet. Egal wieviele Stunden Stillpause – sie mutierten bei uns bis vor ein paar Tagen jedenfalls immer! grundsätzlich! ausnahmslos! innerhalb von Sekunden in eine Schreiphase der gleichen Länge. Ich habe mich bei allen gestarteten Versuchen des nächtlichen Abstillens jedesmal dazu entschieden, dass meine Ohren schmerzempfindlicher sind als meine Nippel und oberflächliches Schlummern um Längen besser ist, als gar keinen Schlaf zu bekommen.  Kind frustriert, Mutter frustriert, danke fürs Gespräch.

Fast könnte man meinen, Effchens Handhaltung wäre eine Prophezeiung hinsichtlich unserer künftigen Stillbeziehung…

Aber seit ein paar Tagen ist – Gott seis getrommelt und gepfiffen – endlich Ruhe eingekehrt. Fast erscheint es mir ein bißchen gruselig, dass ich nicht mehr im anderthalb-Stundentakt brüllend ins Schlafzimmer zitiert werde, wenn ich abends mit dem Gatten noch auf dem Sofa sitze. Oder ich mich ins Bett legen kann, dann dem Kinde zwar früher oder später doch der Duft der mütterlichen Milchbar in die Nase steigt und nach der Brust verlangt wird, aber das Effchen nach einiger Zeit wirklich wieder loslässt und sich zufrieden umdreht und weiter schläft. Die ersten beiden Nächte habe ich mich doch tatsächlich dabei erwischt zu gucken, obs Kind überhaupt noch lebt. Selbst der Rockstar fragte mich gestern beim zu Bett gehen, ob ich sicher sei, dass das Effchen nicht sein Leben quittiert hätte, angesichts der ungewohnten Stille. Aber nein, scheinbar hat unser „Baby“ den nötigen Entwicklungsschritt geschafft, um endlich besser schlafen zu können (überhaupt passiert beim Effchen grad unglaublich viel, und ich glaube, dass es auch nicht mehr all zu lange dauern wird, bis wir uns von den Windeln verabschieden *seufz*). Ich finde, der richtige Zeitpunkt, um einen Blick zurück auf mein Leben als stillenden Mama zu werfen.

Um ehrlich zu sein, gehöre ich nicht gerade zu den Müttern, die beim Thema Stillen in Begeisterungsstürme ausbrechen oder zu emotionalen Hochtouren auflaufen. Man kann meine Einstellung dem Stillen gegenüber wohl getrost als ambivalent und ziemlich pragmatisch bezeichnen. So sehr ich die Augenblicke liebe, in denen wir entspannt auf dem Sofa sitzen und kuscheln und ich dieses kleine Wesen dabei beobachte, wie es wohlig entspannt in die Welt der Träume hinüberdriftet, so sehr habe ich so manche Nacht zum Teufel gewünscht, in der ich keinen oder zumindest kaum Schlaf bekommen habe, weil mir die Schulter und die Hüften so ungeheuer wehtaten, nachdem ich stundenlang regungslos neben meinem stillenden Kind liegen musste. Wenn die Wut dann besonders groß wurde, war mein Mantra mein ständiger Begleiter: Es ist das Beste für dein Kind, die günstigste Nahrungsquelle und die gesündeste dazu, sie braucht die Nähe… bababa… und all die anderen bekannten Vorzüge des Stillens. Aber ja – manchmal, ganz selten zwar, aber doch, war die Wut so groß, dass ich das arme kleine Wesen, dass einfach nur kuscheln und meine Liebe wollte, angeschnauzt habe, dass es doch bitte, bitte endlich schlafen solle. Und ich habe Momente erlebt, in denen ich Verständnis aufbringen konnte für Eltern, die tatsächlich darüber nachdenken, Schlaflernprogramme in Erwägung zu ziehen. Nein! Bullshit! Ich habe kein Verständnis dafür, wie man Schlaflernprogramme in Erwägung ziehen kann. Ich schlafe seit bald sechs Jahren kaum eine Nacht über fünf Stunden. Manchmal sind es nur drei oder vier. Und das meist unterbrochen. Ich kenne die Wut und die Verzweiflung, die Schlafmangel auslöst. Aber Schlaflernprogramme sind verdammt nochmal keine Lösung. Aber bevor ich mich jetzt darüber auslasse… Ich wollte ja übers Stillen schreiben.

Insgesamt habe ich es bisher auf sage und schreibe 50 Stillmonate gebracht. Ein Ende nicht in Sicht. Dafür, dass ich eigentlich mit keinem meiner Kinder eine unbelastete Stillbeziehung hatte, finde ich das recht ansehnlich. Ich klopfe mir grade mal selbst auf die Schulter und finde mich echt tapfer. 😉

Stillen die Zweite! Von Milchvampiren und Brustkrämpfen.

Auch beim zweiten Kind war klar, dass ich wieder stillen würde. Nach den Anfangsschwierigkeiten mit unserem Großen besorgte ich vorsorglich schonmal ein paar Fläschchen. Was sich als ziemlich kompliziert heraus stellte, da es zum damaligen Zeitpunkt in ganz Münster keine Glasfläschchen gab und ich wegen der Schadstoffbelastung nicht auf Plastik zurückgreifen wollte. Schließlich habe ich welche bestellt, was sich aber als absolut unnötige Geldausgabe herausstellen sollte.

Auch beim zweiten Anlauf hatten wir die gleichen Schwierigkeiten, wie beim ersten Mal. Wieder dauerte es geschlagene fünf Tage, bis meine Milch einschoss. In den ersten zwei – drei Tagen hatte ich noch Hoffnung, dass es schneller gehen würde und sperrte mich gegen ein Zufüttern, aber schließlich musste ich mich geschlagen geben und meiner hungrigen Maus am dritten Tag einen kräftigen Schluck aus der Flasche gewähren. Die war unterdessen nicht zimperlich. Das kleine Wesen saugte mit einer derartigen Hartnäckigkeit und Kraft an meiner Brust, dass die Spitzen meiner Brustwarzen von dunkelvioletten, fast schwarzen Blutergüssen gekrönt waren. Auch das ein Grund, weshalb ich ihr hungriges Wüten lieber mit einer Flasche besänftigte und meiner geschundenen Brust eine Auszeit gönnte. Doch nach den paar Tagen schoss endlich die Milch ein und alles lief super. Zumindest aus Lüffs Sicht. Für mich ergaben sich da ein paar klitzekleine Unannehmlichkeiten, die mich über die Inanspruchnahme einer Stillberatung nachdenken ließen. Denn das Lüff hatte die Kraft, mit der sie stillte, für lange Zeit nicht abgelegt. Das hatte zur Folge, dass zwar meine Brustwarzen nicht mehr violett wurden, weil die Milch ja floss, ich aber immer wieder von Vasospasmen und Schmerzen beim Milchspendereflex gequält wurde. Außerdem hat das Lüff ein sehr kurzes Lippenbändchen, was dazu führt, dass beim Anlegen die Oberlippe zwischen Kauleiste und Brustwarze rutscht. Zum Glück blieb ich von wunden Brustwarzen verschont, aber es erforderte ständiges Lösen und neu Anlegen, bis halbwegs angenehmes Stillen möglich war. Das mag erklären, warum mich das Stillen nie mit dieser Glückseligkeit erfüllt hat, von der so viele Mütter berichten. Ich empfand es manchmal mehr als notwendiges Übel. Aber auch ein geringeres, als ständig Fläschchen machen zu müssen. Was sowieso nicht ging. Denn die Fläschchen mit der mühsam durch Ausstreichen oder Abpumpen errungenen Milch hat das Lüff kategorisch verweigert. Ebenso wie den Gebrauch eines Schnullers. So dass wir halt viel und ausgiebig gestillt haben. Und das ganze acht Monate im Vollstillmodus. Denn genauso wenig wie sich unsere Tochter für Flaschen oder Schnuller interessierte, interessierte sie sich für jegliche Art von Nahrungsquelle, die nicht mit meiner Brust zu tun hatte. Sehr fixiert, dieses Kind.

26 Monate lang der schönste Platz der Welt fürs Lüff.

Mit acht Monaten fing sie dann an, Nahrung für sich zu entdecken. An Füttern war allerdings nicht zu denken. In den Mund stecken lies sie sich nichts. Auch alles Breiartige war lange Zeit verpönt. Nur wenn sie selbst matschen konnte, war sie ein zufriedener Esser. Auf diese Art kamen wir zum baby led weaning, ohne die Bezeichnung damals überhaupt zu kennen. Das Stillen blieb lange Zeit aber ein wichtiger Bestandteil unseres Alltags und  unserer Nächte. Mindestens zwei Mal in der Nacht wurde getrunken und vor allem ausgiebig genuckelt. Versuchte ich sie von der Brust zu lösen, bevor sie wieder in den Tiefschlaf gefallen war, erntete ich empörtes Geschrei, und das Ganze dauerte noch länger. Eine ziemlich nervige und Kräfte zehrende Angelegenheit (dass es noch schlimmer kommen könnte, lag damals außerhalb meines Vorstellungsbereichs). Ich startete einige halbherzige, nächtliche Abstillversuche, die mit einem derartigen Gebrüll quittiert wurden, dass ich beschloss, dass Stillen das kleinere Übel sei und gerade auch im Familienbett sowieso bequemer, als zweimal in der Nacht eine Flasche bereiten zu müssen, wie bei unserem Großen. Und so machten wir weiter, über den Beginn meiner dritten Schwangerschaft hinaus. Erst im sechsten Schwangerschaftsmonat, als meine Brustwarzen immer empfindlicher wurden und das Stillen nur noch weh tat und ich dem Ganzen so gar nichts Schönes mehr abgewinnen konnte, stillten wir dann ab. Geklappt hat das aber nur, weil wir beide von einem derart heftigen Magen-Darm-Virus getroffen wurden, dass sowohl ich als auch das Lüff zu schwach zum Stillen waren und sich das Ganze in der Woche danach dann irgendwie von selbst erledigt hatte.

Ein paar Wochen später flüsterte das Lüff mir beim ins Bett bringen ins Ohr:
„Mama, ich würde so gerne nochmal Busi probieren! Darf ich?“ Natürlich ließ ich sie. Aber offensichtlich hatte die kurze Zeit gereicht, um die Technik zu verlernen. Mit enttäuschtem Blick sagte sie zu mir:
„Geht nicht mehr. Ist kaputt.“

Stillen die Erste! Von Pilos und Milchkotze.

Stillen ist ja immer wieder Thema.  Stillste nicht, isses verkehrt. Stillste zu lange, isses auch verkehrt. Eigentlich kann man es als Mutter ja nur verkehrt machen. 😉 Ich bin zum Glück weitestgehend von irgendwelchen Kommentaren verschont geblieben und konnte es immer so machen, wie es für mich und meine Kinder passte. Und das ist doch auch, worauf es ankommt. Mach es so, wie es für euch passt!

Schon in der Schwangerschaft mit dem Krieger war ich sicher, dass ich stillen wollte. Bis zum ersten Geburtstag. Und dann sollte es genug sein. Die Jüngste Tochter meiner Tante ist so alt wie unser Großer und sie und ihre vier älteren Geschwister wurden alle das erste Lebensjahr gestillt. Das war bei meinem ersten Kind irgendwie Vorbild für mich. Bald neun Jahre ist das jetzt her.

Der Krieger an der mütterlichen Brust. Im Rückblick die entspannteste Stillbeziehung von allen.

Damals war es in der Klinik, in der ich alle meine drei Kinder entbunden habe, noch üblich, dass die Kinder direkt zugefüttert wurden, wenn die Schwestern den Eindruck hatten, sie würden nicht genug aus der Brust bekommen. Tatsächlich hat es bei meinen ersten beiden Kindern jedesmal geschlagene 5 Tage gedauert, bis die Milch eingeschossen war. Dann klappte es aber eigentlich ganz gut mit dem Stillen. Trotzdem hatte ich mir aus unerfindlichen Gründen von meiner Hebamme einreden lassen, dass ich nicht genug Milch hätte und habe in den ersten Wochen zugefüttert. Trotz Flasche und Schnuller wurden wir von der berüchtigten Saugverwirrung verschont, und als ich dann nach kurzer Zeit anfing, meine Milch ins Waschbecken auszustreichen, um einen Milchstau zu verhindern, habe ich das Milchpulver dann doch recht schnell in die hinterste Schrankecke verbannt. Da ich nie abpumpen konnte und meine Milchbar auch beim Ausstreichen keine nennenswerte Menge produziert hat, war ich aber ganz froh darum, dass mein Mann auch mal eine Flasche Pulvermilch geben konnte, wenn ich unterwegs war. Es lief super. Wir stillten nach Bedarf, der Krieger trank schnell und effizient. Nach 10 Minuten maximal waren wir fertig und nach nochmal zehn Minuten konnte ich mich und das Kind umziehen, weil die Hälfte der Milch auf ihm und meiner Schulter landete. Und im Haar. Und auf dem Boden. In hohem Bogen und in meinen Augen ungeheuren Mengen. Er war ein klassisches Speikind, und ich konnte mir nicht vorstellen, dass überhaupt noch etwas in dem kleinen Bauch geblieben war. Der Kleine nahm trotzdem gut zu; alles war toll und entspannt und hätte ewig so weiter gehen können. Wenn, ja wenn nicht die dummen Zähne uns einen Strich durch die Rechnung gemacht hätten. Pünktlich mit sechs Monaten begann das Zahnen und damit endete das Stillen durch ziemlich schmerzhafte Art und Weise. Bei jedem Stillen biss der Krieger fest zu, zog den Nippel länger und länger und drehte den Kopf dabei herum. Der klassische Pilo – auch bekannt als Dreh-Zieh-Flopp. Ich versuchte es nett. Ich versuchte es bestimmt. Ich versuchte es leise. Meistens versuchte ich es laut. Ich versuchte es vierzehn Tage. Dann gab ich mich geschlagen und dem Sohn die Flasche. Zum Glück war das abrupte Abstillen bei ihm durch das anfängliche Zufüttern problemlos möglich und er hat sich eigentlich widerstandslos in sein Schicksal ergeben.

Im Nachhinein hätte ich ihn gerne länger gestillt. Damals war es unvorstellbar für mich. Trotzdem war es eine tolle Zeit und wenn ich den großen, wilden Kerl vor mir sehe, denke ich so manches Mal an das kleine, duftende Würmchen zurück, das sich schmatzend an mich schmiegte.

Ganz schön unverfroren!

Leute, ich bin geschafft. 14 Tage Geburtstagsvorbereitung liegen hinter mir. Und eine fette Sause für meine jetzt 4-jährige. Aber als das Lüff mir vorhin im Bett ins Ohr flüsterte, dass sie ihre Party sooo toll fand, wusste ich, dass sich der ganze Wahnsinn gelohnt hat. Und um ehrlich zu sein, hat es mir sogar ziemlichen Spaß gemacht, mal so richtig fett aufzufahren und alles durchzuplanen. Und am Ende war die Party an sich wesentlich stressfreier, als bei den Spontanaktionen, die wir auf den vergangenen Kindergeburtstagen gebracht haben.

Weihnachten war grade vorbei, und damit alle winterliche Deko aus den Geschäften verschwunden, da fiel meiner großen Maus ein, dass sie zu ihrem Geburtstag eine Eisköniginnen-Party veranstalten wollte. Mit Eisschloss. Und Elsa-Kleid. *Chrrrr* Ach ja? Wenns weiter nichts ist?! Disney for Wetlherrschaft!! Ich fing direkt an, nach einem passenden Kleid zu suchen. Aber die Kostüme, die es zu kaufen gibt, fand ich irgendwie nicht so… naja. Fürs gleiche Geld kann ich das selbst machen, dachte ich mir und habe ein paar Shops aufgetan, wo ich passende Stoffe für eine Eisprinzessinnenrobe erwerben konnte. Nebenbei habe ich bei Pinterest so ziemlich jede Idee abgegriffen, die ich zum Thema Frozen-Party finden konnte. Mein Gott, bin ich glücklich, dass jemand dieses Format erfunden hat! Vor allem tolle Motivtorten gab es dort, die mich sehr inspiriert haben, auch etwas herum zu experimentieren. Ich weiß jetzt zum Beispiel, wie man Kandisstangen herstellt (mindestens eine Woche vorher beginnen – die Dinger müssen wachsen), wie wichtig es ist, bei der Zuckerglasherstellung die richtige Temperatur zu erreichen (zu heiß wirds braun, zu kalt nicht hart und ohne die richtigen Zutaten leider wieder trüb – aber trotzdem hübsch anzusehen, oder?!), und dass man sich viel Arbeit sparen kann, wenn man Marshmallowfondant mit weniger als der angegebenen Puderzuckermenge zubereitet. Vielleicht schreibe ich in einer müßigen Stunde nochmal über das Tohuwabohu bei der Tortenbackaktion.

Ich finde, das Ergebnis kann sich sehen lassen, und ich bin ehrlich gesagt mehr als ein kleines bißchen stolz auf meine erste Motivtorte.

Nachdem ich bei Pinterest auch einen einigermaßen brauchbaren Schnitt für ein Elsa-Kleid finden konnte und vor zwei Wochen die Stoffe bei mir eintrudelten, habe ich so ziemlich jede freie Minute an der Nähmaschine verbracht. Und das waren nicht besonders viele… Nebenbei ein fettes Dankeschön an unseren unglaublich netten Paketboten, der mir das Päckchen noch nach Feierabend vorbei brachte, weil es wegen einer Tourenänderung erst am folgenden Tag ausgeliefert werden sollte! Und dann bin ich noch durch gefühlt jeden Laden Münsters gedüst, um die letzte, passende Weihnachtsdeko zu ergattern. Das wäre zwar ein bißchen einfacher gewesen, wenn das Lüff vielleicht ein paar Tage früher ihre Idee geäußert hätte, aber nach diversen Radtouren konnte ich dann doch noch das ein oder andere passende Teilchen mein Eigen nennen – Action,Tedi und meiner Mutter, die mich sowohl beim Shopping als auch mit allen anderen kurzfristigen Vorbereitungen unterstützt hat, sei Dank. Ohne die tolle Hilfe meiner Mutter wäre ich in den letzten zwei Tagen vermutlich ziemlich in Stress geraten.

Neben Schwiegermutters Häkeluntersetzern in Schneeflockenoptik habe ich auch noch altes Barkeeperwissen ausgegraben. Zitronensaft und Zucker sorgen für eisige Optik am Glasrand.

Wie der Geburtstag ablaufen sollte, hatte ich dieses Mal ziemlich engmaschig durchgeplant. Nachdem wir in den letzten Jahren bei des Kriegers Geburtstagspartys ziemlich negative Erfahrungen damit machen mussten, was passiert, wenn man einem Haufen wilder Kerle nicht genug zu tun gibt, und dabei nicht nur das grade erst zum Geburtstag erhaltene Spielzeug, sondern sogar so manches Möbelstück zu Bruch gegangen war, wollte ich diesmal kein Risiko eingehen. Das Eisköniginnen-Motto bot uns eine schöne Möglichkeit für ein paar nette Spiele und Basteleien, die alle im Rahmen einer Olaf-Ralley stattfanden.

Bei jeder Aktivität haben die Kinder einen Teil von Olaf gefunden. Der Rockstar hilft der Geburtstagslüff am Schluss beim Zusammenbasteln.

Besonders gut hat mir persönlich die Idee gefallen, die Kinder zur Geschenkeübergabe eine Runde Flaschendrehen spielen zu lassen. Unsere Gastgeberin durfte die Flasche drehen und das Kind, auf das die Flasche zeigte, durfte sein Geschenk übergeben. So wurde das Überreichen der Geschenke für alle Kinder ein spannendes Erlebnis an Stelle von unübersichtlichem Chaos. Das war unser erstes Spiel, nachdem ich eine kurze  Geschichte vorgelesen hatte, in der ich den Kindern erzählte, warum Olaf auseinander geflogen war, und dass sie unserer Eiskönigin helfen sollten, alle Teile wieder zu finden. Danach bastelten wir Zauberstäbe, mit deren Hilfe unsere kleinen Gäste Olafs Teile zu einem Ganzen zusammenzaubern sollten. Bei der Planung hatte ich natürlich nicht bedacht, dass flüssiger Bastelleim und 4-jährige eine unkalkulierbare Mischung darstellen. Am Ende waren die Zauberstäbe nicht rechtzeitig trocken und meine Mutter stand wacker mit dem Fön bewaffnet im Bad, um den Kleber wenigstens zum Heimweg einigermaßen trocken zu bekommen.

Aus Mandala-Malbüchern hatten wir paarweise „Schneeflocken“ ausgeschnitten, die die Kinder mit Perlen und Flitter bekleben konnten und von uns Eltern schließlich mit einigen Satinbändern als Zauberstäbe an Stöcke geklebt wurden.

Neben den geplanten Spielen, dass die Kinder auf Eisschollen (Handtüchern) einen Fluss überqueren, durch einen Eis-(Kriech-)tunnel kriechen und beim Stopptanz einfrieren und so die nächsten Olafteile ergattern konnten, ließen wir ihnen immer auch Zeit zum freien Spiel und die Möglichkeit, sich aus den Spielen auszuklinken. Ich erinnere mich mit Grausen an den ersten Kindergeburtstag, zu dem unser ältester eingeladen war, der derart strikt durchgetakten war, dass mein armer, damals dreijähriger, auf dem Heimweg im Auto heulend zu mir sagte, wie doof er alles fand, weil es viel zu viel für ihn war und er niiiie wieder zu einem Geburtstag gehen wollte. Was sich zum Glück natürlich schnell erledigt hatte, aber dennoch war das ein Beispiel dafür, dass man als Eltern bei einem Kindergeburtstag auch nicht zu viele Ambitionen und Perfektionismus an den Tag legen sollte.

Das Lüff strahlt beim Anblick des sehnlich gewünschten Eisschlossen in Form einer Torte. Die angebotenen Süßigkeiten passten farblich oder von der Form zum Thema.

Ich glaube, dass uns heute die richtige Mischung gelungen ist. Die Gäste waren toll, die Stimmung war toll. Unser Mobiliar ist heil geblieben…

Für unsere Maus war der Tag perfekt und obwohl ich wirklich viel zu tun hatte, war ich dieses Mal wesentlich entspannter als sonst. Ich denke, dass ich keine Party mehr veranstalten werde, ohne sie gut durchzuplanen. Der Krieger wünscht sich übrigens „Harry Potter“…

 

Warum ich mein Kind in die Schule schicke (es aber lieber nicht täte).

Vor ein paar Tagen fragte eine Bekannte mich, nachdem ich bei Facebook einen Text über die Schädlichkeit von Hausaufgaben im Grundschulalter teilte, auf welche Schule wir unseren Großen schicken und wie zufrieden wir dort wären. Ich antwortete, dass die von uns ausgesuchte Schule (eine integrative Ganztagsschule mit offenem Lernkonzept) vermutlich die beste Wahl wäre, die wir treffen konnten und ich nicht glaubte, dass der Krieger an einer anderen Schule so gut aufgehoben wäre wie dort. Was ich in meiner Antwort unterschlagen habe war, dass ich mein Kind (manchmal) am liebsten gar nicht zur Schule schicken würde.

Zeitgleich sorgte ein Interview über genau das Thema des nicht-zur-Schule-schickens, dass ich ebenfalls dort teilte, für einigen Diskussionsstoff mit J., einem Vater aus unserer Kita. Es handelte sich um ein Gespräch mit André Stern, einem (ganz platt gesagt) Allround-Talent, dass in der Tageswoche veröffentlicht wurde.

J. kommentierte unter diesem Link einige bissige Kommentare, verglich André Stern unter anderem mit Erich von Dänicken. Dieser Vergleich hat mich doch einigermaßen erschüttert, muss ich gestehen. Auch wenn die Idee, sein Kind nicht zur Schule schicken zu wollen, auf den ersten Blick vielleicht ähnlich spinnert wirken mag, und man versucht ist, sie in eine alternativ-esoterisch-was-auch-immer Ecke zu stellen, sind die Erfahrungsberichte von Freilernern eben keine ausgedachten Geschichten, sondern zeugen von großteils positiven, individuellen Erfahrungen, die in weiten Teilen inzwischen sogar wissenschaftlich belegbar sind. Und Familien, die sich für das Modell des freien Lernens entscheiden, tun dies aus den unterschiedlichsten Gründen und kommen somit auch aus den unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten, die zumindest mit Esoterik meist gar nichts zu tun haben.

Nun mag man das, wie J. vorwirft, für „Realitätsverweigerung [halten, die] schon immer ein Verkaufsschlager gewesen [sei]“, allerdings geht es ja dem Großteil der Schulverweigerer nicht darum, ihre Ideologien zu verkaufen und auch diejenigen, die wie André Stern über ihre Erfahrungen berichten, verdienen mit anderen Dingen wesentlich besser. Aber aus dieser Formulierung erkennt man schon eine deutlich andere Sichtweise, um nicht zu sagen eine grundsätzlich abweichende Lebenseinstellung. Was für den einen als Geldmacherei erscheint, ist für den anderen ein Herzensthema, nicht um des Kommerzes willen, sondern um Wissen weiterzugeben, Menschen zu erreichen und im besten Falle Umdenken zu erzeugen (ich will hier ausdrücklich nicht behaupten, dass diese Leute damit nicht verdienen wollen – bei allem Idealismus ist Geld in unserer Gesellschaft nuneinmal lebensnotwendig, und von Gesellschaftskritikern zu fordern, sie dürften nicht von der Gesellschaft partizipieren ist einigermaßen weltfremd und hat schon in den 70ern bei Ton Steine Scherben für einige Dispute gesorgt). Aber schon hier haben wir einen wichtigen Grund, warum Menschen davor zurückschrecken, ihre Kinder in Schulen zu schicken: Unsere Schulen fördern mit ihrer jetzigen Unterrichtsform das Entstehen von Profitgier. Durch den ständigen Wettbewerb lernen unsere Kinder, dass in unserer Gesellschaft nur das „Höher, Schneller, Weiter“ zählt und ein erschreckend großer Teil unserer Bevölkerung kann hier gar nicht über den Tellerrand schauen.

Schon als Jugendliche hatte ich wilde Diskussionen mit meinen Lehrern darüber, ob es gerecht und angebracht sei, Noten in Fächern wie Kunst oder Sport zu vergeben. Wie kann es sein, dass jemand, trotz vollem Einsatz, Elan und Spaß an der Sache, auf Grund körperlicher Voraussetzungen eine schlechte Note bekommt? Mir mit meinen Stummelbeinchen hat dieser ständige Wettkampf schon in der Grundschule den Spaß am Sport vermiest – neben ziemlich bescheidenen Lehrern. Womit wir beim nächsten Punkt wären: Die Leistung in den Lernfächern hängt neben persönlichen Interessen des Schülers, und dessen individueller Entwicklung eben auch von der Qualität der pädagogischen Arbeit und dem Sympathielevel des Lehrers ab. Der dann in meinem Fall nicht nur bei einigen Sportlehrern bescheiden war, sondern z.B. auch in Chemie, wo ich vollkommen abgeschaltet habe, oder Physik, das ich trotz sehr guter Noten, bedingt durch einen Lehrerwechsel in der Oberstufe abgewählt habe. Und seitdem nun mein eigenes Kind zur Schule geht, spinne ich den Gedanken sogar weiter: Wenn ich die Vergabe von Noten in Fächern wie Kunst, Sport oder Musik schon für ungerechtfertigt halte, mit welcher Berechtigung werden sie denn in den übrigen Fächern vergeben? Ist die Annahme gerechtfertigt, Kinder würden nur aus Gründen des Wettbewerbs heraus angespornt, Wissen zu erlangen, ihr Wissen zu mehren? Unsere Sozialisation, unsere Gesellschaft macht uns dies Glauben. Tatsächlich ist genau das Gegenteil der Fall. Benotungen wirken auf die Leistungsbereitschaft leistungsschwacher Kinder zusätzlich ausbremsend  und stark selektiv, sie ebnen oder versauen die Schulkarriere in unserem Land bereits in der Grundschule. Was im Umkehrschluss bedeutet, dass in unserem Land der Lebensweg eines zehnjährigen Kindes bereits fest zementiert wird, durch ein Schulsystem, dass in seiner Form dem preußischen Königreich entspringt. Ein System, dass durch G8 in unserer schnelllebigen Zeit noch schneller greifen muss, in dem unsere Kinder nicht spielerisch lernen dürfen, sondern nur noch schneller funktionieren müssen. Ich könnte an dieser Stelle jetzt noch das Fass aufmachen von Burn-Outs bei Schülern, Depressionen, körperlichen Stresssymptomen… Ich lasse es. Aber das ist Realität. Und um auf J.’s Vorwurf zurück zu kommen: Ja, dieser Realität verweigere ich mich! „Realitätsverweigerung“ war schon immer der Antriebsmotor für gesellschaftliche Veränderungen.
Ich nenne das eher Autoritätsverweigerung. Und wenn man in der Geschichte zurück blickt, waren Autoritätsverweigerer bisher recht positiv für unsere Gesellschaft.

Wir haben das Glück, dass all das an der Schule unseres Sohnes anders läuft. Dass er diese Schule ohne Schulwechsel bis zur 10. Klasse besuchen können wird, mit Möglichkeiten des freien Lernens, nach seinem Tempo und Interessen, ohne Notendruck. Ich bin mir nicht sicher, wie wir gehandelt hätten, wenn wir diese Schule nicht gefunden hätten. Und trotz all der Vorzüge, die unsere Schule bietet, erlebe ich wie mit der Schulpflicht der gleiche Zwang auf meinen Sohn ausgeübt wird, wie ich selbst ihn erlebt habe. Ich sehe, wie er in vielen Fächern schon weit voraus ist, weil er sich das Wissen aus kindlicher Neugier längst selbst angeeignet hat und sich dann teilweise langweilt. Ich sehe genauso, dass er in manchen Fächern „hinterher“ ist, weil sein Interesse dafür erst später eingesetzt hat. Unsere Schule macht ihm dort, dank jahrgangsübergreifender Klassen, so wenig Druck wie möglich. Aber sie macht ihn eben doch, weil selbst unsere Schule sich offiziell gesetzten Lernzielen nicht entziehen kann. Und in solchen Situationen ärgere ich mich nicht über mein Kind, das nicht „funktioniert“, sondern über das System, das mein Kind zwingt zu funktionieren. Und ich verstehe die Menschen ehrlich gesagt auch nicht, die an diesem System so vehement festhalten, obwohl so viele durch dieses System zum Scheitern verurteilt sind. Und deshalb möchte ich an dieser Stelle auf J.’s weiteren Kritikpunkte eingehen, weil ich glaube, dass sie ganz typisch sind, aber verkennen, worum es beim Freilernen tatsächlich geht bzw. die Kritik an der falschen Stelle setzen:

„1. Voraussetzung für Überleben einer Gesellschaftsform ist, dass der einzelne seine persönlichen Bedürfnisse zurückstellt.
Dem Lustprinzip zu folgen, muss man Kindern nicht beibringen, denn das tun sie von Natur aus bereits mit dem ersten Atemzug.
// Keine Ahnung, warum das immer wieder Thema in Ratgebern ist… Mangel an neuen Themen?“

Natürlich kann eine Gesellschaft nur nach dem Solidarprinzip und nicht mit hedonistischen Individualisten bestehen. Allerdings besteht kein Widerspruch zwischen Freilernen und sozialem Verhalten. Kritiker unterstellen oft, dass es Kindern, die nicht zur Schule gehen, an sozialen Kontakten mangeln würde. Genau betrachtet ist diese Kritik natürlich nicht haltbar, da soziale Kontakte ja nicht nur aus Gleichaltrigen, sondern mit allen Individuen einer Gesellschaft hergestellt werden und über die Schule hinaus bestehen. Im Gegenteil ist gerade nach Einführung von G8 zu beobachten, dass im Schulunterricht die Förderung des kritischen Denkens, des Infragestellens gesellschaftlicher Gegebenheiten viel zu kurz kommt und ein Mitläufertum und hedonistisches, narzistisches Verhalten in den letzten Jahren immer weiter zugenommen hat. Den Freilernern oder Schulverweigerern geht es im übrigen nicht darum, dass sie Kindern beibringen wollen, dem Lustprinzip zu folgen. Wer das glaubt, sitzt einem Trugschluss auf. Es geht nicht darum, dass Kinder lernen sollen zu spielen: Kinder sollen spielerisch lernen dürfen! Kinder können spielerisch lernen. Kinder lernen in all ihrem Tun. Aber die Bereitschaft zu lernen und die Fähigkeit dies spielerisch zu tun wird durch das Regelkorsett unseres Schulsystems zerstört. Und glücklicherweise nehmen immer mehr „Ratgeber“ (zu denen wissenschaftlich belastbare Studien gehören) dieses Thema auf, weil immer mehr Menschen dafür sensibel werden, dass in unserer Gesellschaft an dieser Stelle etwas falsch läuft.

„2. Eine ausgeprägte Allgemeinbildung ist unabdingbar für den Zusammenhalt einer Gesellschaft. Sie ist die Basis für Kommunikation und damit für das Erkennen der Bedürfnisse anderer.
// Fragen wie „Und war Chemie für ihr späteres Leben wichtig?“ sind sehr verlockend, und gerade deswegen gefährlich.“

Ein Gedanke, der im ersten Augenblick uneingeschränkt richtig erscheint. Abgesehen davon, dass Empathie vermutlich der wesentlich wichtigere Faktor zum Erkennen der Bedürfnisse anderer ist: Wie definiert sich eine „ausgeprägte Allgemeinbildung“? Meine 5 in Chemie im Abizeugnis hat weder dazu geführt, dass meine Allgemeinbildung (die ich im Großen und Ganzen für überdurchschnittlich gut halte *räusper*) in Frage gestellt wurde, noch dass sie mir das Erkennen der Bedürfnisse anderer verleidet hätte. Welche Gefahr besteht also darin, in Chemie eine Niete zu sein? Bei mir hat es dazu geführt, dass mein Ex-Freund (Dr. rer. nat. Chemie) mich wegen mangelnder Gemeinsamkeiten verlassen hat. Im Umkehrschluss könnte ich behaupten, überragende Kenntnisse in Chemie führen zu mangelnden empathischen Fähigkeiten und sind deswegen gefährlich. Kurzum, beiden Aussagen mangelt es an empirischer Evidenz.

„3. Unsere sozial geprägte Gesellschaftsform ist das Ergebnis von 100.000 Jahren Evolution. Das Prinzip „Jeder tut was er kann.“ hat sich durchgesetzt und nicht „Jeder macht was er will“.
Dieser Verhaltenskodex läßt sich heutzutage kaum noch über Empathie vermitteln, die schiere Größe unserer Gesellschaft läßt ihn total abstrakt wirken.
// Für einige Autoren alternativer Erziehungsmodelle wohl schon ZU abstrakt….
Übrigens halte ich, diese 3 Punkte in Frage zu stellen für eine Zivilisationskrankheit.
Nicht aus Prinzip, sondern weil es so viele Leute gibt, die damit Geld verdienen.“

Als studierte Archäologin und Volkskundlerin, mit einigen Semestern Soziologie und Philosophie auf den Buckeln, weiß ich ehrlich gesagt grade nicht, ob ich ob dieser Aussage aufstöhnen, lachen oder weinen soll. Also fange ich mal ganz von vorne an: Der Mensch ist per se, qua Existenz, ein soziales Wesen. Schon ein Neugeborenes kooperiert, soweit es seine Möglichkeiten zulassen, mit seinem Umfeld. Soziales Verhalten muss unseren Kindern nicht beigebracht werden. Die Anpassung an unsere kulturellen Gesellschaftsansprüche ist unseren Kindern durch ihre angeborenen sozialen Fähigkeiten von Anfang an gegeben. Darüber hinaus ist unsere Gesellschaftsform nicht statisch, sondern ständigen Veränderungen unterworfen. Unser Schulsystem, die Unterrichtsform, Schulpflicht – all das existiert quasi erst seit einen Wimpernschlag der menschlichen Gesellschaft, viele westliche Länder kommen gänzlich ohne Schulpflicht aus, ohne dass ein gesellschaftlicher Zusammenbruch von dieser Seite droht. Den Untergang des Abendlandes am nicht Beschulen von Kindern festzumachen halte ich für eine gewagte These. Betrachtet man jedoch unsere Historie, so ist erstaunlicherweise ein „jeder macht was er will“ immer dann zu beobachten, wenn in der Gesellschaft auf Grund ihrer schieren Größe ein „jeder tut was er kann“ für das Individuum nicht mehr zielführend erschien und diese am „Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht!“ zerbrach – ein Verhalten, dass unsere Gesellschaft bereits jetzt, ganz ohne das Zutun von Freilernern par excellence beherrscht.

Ich bin also scheinbar sehr zivilisationskrank, gleich alle drei Punkte in Frage zu stellen. Hmm. Geld habe ich damit allerdings leider nicht verdient, sondern es tatsächlich aus Prinzip getan. 😉 Weil ich ehrlich gesagt unsere Gesellschaft in ihrer jetzigen Form ziemlich bescheiden finde. Weil es nicht mehr um ein soziales Miteinander, Nächstenliebe und Menschlichkeit geht, sondern um Wirtschaftlichkeit und Profit. Mir gefällt das nicht und ich wünsche mir die Gesellschaft anders. Und ich habe das Gefühl, dass immer mehr Menschen so denken, und deshalb die Hoffnung, dass sich unsere Gesellschaft eines Tages ändern wird – zugunsten der Menschen. Freies Lernen ist da nur ein kleiner Anfang, der es möglich macht, dass immer mehr Kinder zu kritisch denkenden Erwachsenen heranwachsen, die den Status Quo in Frage stellen und weitere Veränderung bewirken können.

Ist Freies Lernen nun der goldene Weg für alle Kinder? Mit Sicherheit nicht. Es erfordert einen gewissen Bildungsstand als Background, viel Zeit von Seiten der Eltern und den Willen, sich mit seinen Kindern stehts konstruktiv auseinander zu setzen. Außerdem eine Grundhaltung seinen Kindern gegenüber, sie als vollwertige Menschen anzuerkennen, die nicht erst „werden müssen“ und ihnen mit Respekt und dem Vertrauen in ihr Können zu begegnen. Und zum Glück gibt es so viele, tolle Lehrer da draußen, die noch voller Motivation mit eben dieser Grundhaltung ihren Schülern begegnen und immer mehr Schulen, die einen anderen Weg einschlagen. Mein Wunsch auf dem Weg in eine gerechte Gesellschaft wäre deshalb für meine, wie für alle Kinder, ein Bildungsrecht anstelle einer Schulpflicht.

Die Geschichte vom Adventskalender. Mit Moral von selbiger.

Draußen regnet es. Passendes Vorweihnachtswetter also. Das Lüff fragt mich gefühlt hundertmal am Tag, wann es endlich schneit. Groß war die Trauer, als kürzlich morgens ein paar einsame Flocken wie ein frostiger Nebelschleier auf den Büschen lagen, die beim Nachhauseweg aus der Kita leider schon davon geschmolzen waren. Seitdem also die dringende Frage: Wann kommt der Schnee? Noch dringender die Frage, wann der Weihnachtsmann kommt! Die wird noch dreimal so oft gestellt und enttäuscht stellt mein großes Mädchen jedesmal fest, dass ihre kleinen Fingerchen die Zahl der Nächte bis zum großen Fest noch nicht erfassen können. „Nur noch ein Mal, Mami!?!“, schaut sie mich dann mit ihren großen, braunen Augen flehentlich an. „Nein, Schatz. Noch viel, viel mehr Mal“, antworte ich dann und verweise auf den Adventskalender, der ihr hilft die Tage zu zählen. Nun, eigentlich zwei Adventskalender. Jeweils. Für die beiden Großen. Der Krieger hatte es sich in den Kopf gesetzt, sich von seinem Taschengeld einen spielzeuggefüllten Adventskalender selbst zu kaufen. Als ich anbot, dass ich das für ihn übernehmen könnte, meinte er: „Nein, Mama. Ich möchte das selbst schaffen!“ So viel Selbstständigkeitsstreben hätte ich an seiner Stelle in diesem Fall nicht an den Tag gelegt. Aber bitte.

Das Lüff hingegen wollte nun lieber ein schokoladengefülltes Exemplar. Da ich aber an die geschwisterlichen Neiddebatten dachte, die unweigerlich folgen würden, wenn nun die beiden so unterschiedliche Kalenderfüllungen entdecken würden, habe ich es nicht übers Herz bringen können, dem Krieger die Schokolade und der Lüff das Spielzeug vorzuenthalten. Nicht ganz uneigennützig habe ich also lieber ein paar Euro mehr investiert, als frühmorgens irgendwelche Diskussionen über mich ergehen lassen zu müssen. Nun könnte der geneigte Leser einwenden, ich hätte ja auch einfach selbst gebastelte Kalender aufhängen können. Touchée! Aber ach und ächz! Ich hatte in diesem Jahr kein größeres Verlangen danach, für gleich drei Kinder irgendwelche Kinkerlitzchen zu besorgen – immerhin 72 an der Zahl – und einzutüten. Wirklich günstiger kommt man damit nämlich auch nicht weg. Fürs kommende Jahr habe ich dem Kriegersohn allerdings schon angekündigt, dass es dann nur noch einen Kalender pro Nase gibt. Wahlweise spielzeug- oder schoko- und selbstbefüllt oder gekauft. Fürs Effchen gibt es in diesem Jahr nur die schokolierte Kaufvariante. Reicht auch für das kleinste Wesen unserer Familie und sorgt jeden Morgen für wonniglich produzierte braune Sabberfäden entlang der Unterlippe. *schmatz*

Besagte Schokokalender führten denn auch am vergangenen Adventswochenende zu einem scharzpädagogischen Vorfall par excellence. Wir hatten Besuch von meiner allerliebsten Mama, die extra über 100 km angereist war, um am Freitag Abend die Kinder zu hüten, so dass der Rockergatte und ich zum Kita-Wichtelabend ausrücken konnten. Am folgenden Morgen schlich sich das Lüff vom Frühstückstisch zum Adventskalender, gefolgt von Großmutters Ausruf: „Finger weg! Wenn du den Adventskalender plünderst, kann der Weihnachtsmann nicht kommen!“ Ensetzt aufgerissene Augen beim Lüff und ein fluchtartiger Rückzug in den Flur, garniert mit leisen Schluchzern sorgten für betretenes Schweigen am Frühstückstisch, gefolgt von der simplen Feststellung meiner Mutter: „Oh, oh! Das war schwarze Pädagogik.“ Ich hastete natürlich sofort hinterher, um mein erschrockenes Kind in die Arme zu nehmen und zu besänftigen und erklärte, dass es dem Weihnachtsmann herzlich egal sei, ob sie die Schokolade aus ihrem Adventskalender nach und nach oder auf einmal essen würde und er in jedem Fall käme. Das schlimmste, was ihr passieren könnte, sagte ich, wäre dass ihr furchtbar übel werden könnte, wenn sie alle Schokolade auf einmal essen würde. Zu allem Überfluss antwortete mir mein weinkrampf-geschütteltes Kind daraufhin, dass es ja die Schokolade gar nicht essen wollte, sondern lediglich vergessen hatte, wie der Nikolaus und der Weihnachtsmann aussehen, und sich mit Hilfe des bunten Bildes des Kalenders nur vergewissern wollte, dass er wirklich einen roten Mantel trägt und einen langen weißen Bart hat. Ich habe das Lüff, untröstlich wie sie war, noch eine ganze Weile getröstet und auch die Oma hat versucht um Entschuldigung zu bitten, wurde aber mit Missachtung gestraft. Für mein dreijähriges Mädchen war die Androhung, der Weihnachtsmann würde zur Strafe nicht kommen unerträglich und sie merkte sehr genau, wie gemein es von der Oma war, so eine Drohung auszusprechen.

Meiner Mutter ist zum Glück sofort klar gewesen, wie dämlich ihre Äußerung war, aber wie es halt so ist – Worte können schneiden wie Messer und einmal ausgesprochen lassen sie sich nicht zurück nehmen. Eigentlich wusste sie ja aus eigener Erfahrung, wie solche unnötigen Drohungen auf eine Kinderseele wirken. Trotzdem hat sie diesen Satz rausgehauen, weil sie es selbst so erlebt und -lernt hatte und man nunmal dazu neigt, die eigenen Erfahrungen ohne darüber nachzudenken weiterzugeben: Ich will, dass mein Kind eine bestimmte Sache tut oder lässt und drohe mit abstrusen Konsequenzen um das Kind mit der Angst vor einer Strafe zu einem bestimmten Handeln zu bewegen. Adultismus at it’s best. Umso schöner fand ich, dass sie in dieser Situation in der Lage war, sich ihrer Enkelin zuzuwenden und um Entschuldigung zu bitten und sie realisierte, dass es nicht ok war, das Kind zu belügen und den lieben Weihnachtsmann als strafenden Onkel darzustelllen.

Die schuldbewusste Oma allerdings hatte bis zu ihrer Abfahrt am folgenden Sonntagmorgen latent verschissen. Ich bin mir deshalb ziemlich sicher, dass ihr solch unbedachte Äußerungen nicht mehr so schnell entschlüpfen werden.

 

Attachment am Arsch vorbei!

Hä? Was’n hier los? Stand nicht kürzlich erst in dem Interview, das die liebe Anja (übrigens eine sehr vielseitig aufgestellte Journalistin und selbst beziehungsorientiert lebende Mama) mit mir geführt hat, unsere Familie lebt das „Attachment Parenting“?! Puh, naja, irgendwie stimmt das ja auch. Nur, dass ich halt kein Freund von Kategorien und Schubladen bin (und ich grade großes Vergnügen mit dem Buch „Am Arsch vorbei geht auch ein Weg“ habe und mich vom Titel inspirieren lies).

Bauchgefühl

Ich mache mein Ding schon immer sehr nach Bauchgefühl und ohne groß drüber nachzudenken, ob es einen Namen hat, und schon gar nicht, ob das Label sich gut macht, sondern mir geht es darum, ob es für mich und uns als Familie gut funktioniert. Das ist auch mit dem Attachment Parenting (AP) so. Ja klar, wir leben das. Nicht als „Erziehungsmodell“ oder Modeerscheinung, sondern weil es unsere Lebenseinstellung ist und war, schon bevor AP in den letzten Jahren mit einer riesen Welle durch die (sozialen) Medien schwappte. Und ich muss ehrlich gestehen, dass ich manche Erkenntnisse für so selbstverständlich halte, dass ich mich manchmal wundere, dass dazu ganze Bücher geschrieben werden. Oder Begriffe kreiert. Mit „Baby-Led-Weaning“ ging mir das mit dem Wundern nämlich vor ein paar Jahren auch so. Als eine schwangere Nachbarin mir erzählte, also sie wolle ja später auf jeden Fall Baby-Led-Weaning machen. Und ich so voller Zustimmung: „Yeah! Klar, was sonst!,“ und dachte im Stillen, was ist denn das nun wieder für ein neumodischer Kokolores?! Mein bester Freund Google hat mir dann verraten, dass wir das schon lange machen. Wenn man es genau nimmt, so halbwegs schon beim Brei gefütterten Krieger, der mit 8 Monaten seinen Brei am liebsten selbst gelöffelt hat. Und gibst du eigentlich deinem Baby auch mal nen Keks zum lutschen? Ja, siehst du, dann bist du ja auch zumindest Teilzeit-Baby-led-weanerin.

Erziehungkonzepte – für’n Arsch

Ach nee. Darf ich ja nicht behaupten. Weil heutzutage ja alles entweder – oder ist. Wenn schon, denn schon. Sich nur das rausnehmen, was zu einem passt, das ist ab jetzt nicht mehr erlaubt. Jedenfalls darf man dann nicht behaupten, dass man irgendeine  Idee auch nur im Ansatz gut findet. Den Eindruck hatte ich beim Lesen dieses Zeit-Artikels, der wohl als Antwort zu interpretieren ist, auf den Shitstorm, den dieser Artikel vor inzwischen zwei Wochen in der die bindungsorientierte Social Media Welt ausgelöst hat. Eigentlich wollte ich da schon sofort losschreiben,  aber ich war zu beschäftigt damit, mich „selbst aufzugeben“. 😉 Inzwischen sind ja auch schon so viele tolle Stellungnahmen erschienen, dass ich eigentlich gar nix mehr sagen muss. Aber, ach Mensch! Ich mag auch. Weil ich wirklich erschüttert war. Und es immer wieder bin. Wenn ich da so total selbst aufgegeben mit meinem inzwischen-nicht-mehr-Baby dauerstillend im Bett liege und durch die einschlägigen Facebookgruppen scrolle und so viel Unsicherheit lese. Von der jungen Mutter, die sich darum sorgt, dass ihr Baby Schaden nimmt, weil es weint, weil es beim Babyschwimmen zu müde wurde und sie sich erst umziehen musste und es nicht sofort trösten konnte. Weil eine Mutter ihr Baby unbeabsichtigt zum Weinen gebracht hat und nun fürchtet, irgendwas kaputt gemacht zu haben. Weil sie sich alle, wie Caroline in ihrem Zeitartikel, so schrecklich unter Druck setzen, weil sie so dringend alles, aber auch alles richtig machen wollen. Und wisst ihr was, liebe besorgte Mamas: Das ist eigentlich der einzige Fehler, den man machen kann – der Anspruch alles richtig zu machen, das funktioniert nicht. All die tollen Erziehungkonzepte – für’n Arsch, wenn du dich selbst dabei stresst. Elternschaft ist nämlich kein Wettkampf, in dem man darauf schauen soll, was die anderen Eltern machen und ob man es auch so toll hinbekommt. Und unsere Kinder sind keine Trophäen, mit denen wir uns schmücken sollen und uns brüsten, wie toll wir sie durch die Gegend schleppen, im Familienbett kuscheln oder selbst essen lassen. Darum gehts doch beim AP gar nicht. Ging es noch nie. Und ich wundere mich wirklich, woher diese Unsicherheit im Umgang mit unseren Kindern kommt. Liegt es daran, dass so viele junge Eltern als Einzelkinder in kleinen Familien aufgewachsen sind? In meiner Stoffwindelberatung staune ich jedenfalls immer wieder darüber, wieviele Eltern sagen, sie hätten noch nie ein Kind gewickelt. Keine Geschwister, Cousins, Kusinen, nicht Baby gesittet… Das ist schon fast dramatisch, oder? Das ist ein bißchen so, als müsste man sich ans Steuer eines Airbus setzen – ohne Flugschein. Aber ich kann euch was verraten: Ein Baby ist zum Glück kein Flugzeug. Es gibt keinen Absturz, nur weil man das Steuer mal verreißt. Wenn ein Kind grundsätzlich emotionalen Halt durch seine Bezugspersonen hat, dann hat es auch Halt in sich selbst.

Ich hatte das Glück, in einer großen Familie aufzuwachsen, zwar ohne Geschwister, aber viele Tanten und Onkel mit noch mehr Kindern. Und dabei konnte ich eines lernen: Man muss nicht perfekt sein. Im Gegenteil. Das Beste, was unsere Kinder von uns lernen können, ist, dass es ok ist, unperfekt zu sein. Fehler zu machen. Sich dessen bewusst zu sein, zu ihnen zu stehen und daraus zu lernen. Liebenswert zu sein – richtig zu sein – auch wenn man nicht alles richtig macht. Liebevoll im Umgang mit meinen Kindern zu sein und doch mal meckern zu dürfen (aber hinterher entschuldigen!). Die Bedürfnisse meiner Kinder im Auge zu haben, ohne meine eigenen aus den Augen zu verlieren. Macht mich das zu einer besseren Mutter? Weiß nicht. Auf jeden Fall macht es mich zur besten Mutter, die ich sein kann.

 

Vater, Mutter, Kind

Münstermama schrieb kürzlich vom Traum oder Alptraum der „klassischen“ Rollenverteilung in der Familie und da juckte es mir direkt in den Fingern zu antworten, denn zur Zeit ist es das Modell, das wir mehr oder weniger in unserer Familie leben.

Die klassische Rollenverteilung – gar nicht so unemanzipiert

Warum weniger? Weil ich das Glück habe, dass der Rockstar ein sehr emanzipierter Mann ist und die klassische Rollenverteilung in der Realität hier gar nicht so anti-feministisch ist, wie die Theorie vermuten lässt, denn unser Alltag sieht doch schon etwas anders aus, als die arbeitenden Mamas sich das vorstellen und uns „Hausmütterchen“ gerne unterstellen. Wie oft liest man in Zeitschriften, Blogs oder Diskussionen in sozialen Medien den unterschwelligen Vorwurf, wer als Mutter zu Hause bei den Kindern bleibt, wäre unemanzipiert, nur zu faul, arbeiten zu gehen, würde sich vom Mann abhängig machen oder sich aushalten lassen oder gar der Gesellschaft auf der Tasche liegen.

Ganz ehrlich: Ich bin es so leid! Es ist nicht etwa so, dass ich das Gefühl hätte, mich für unser Lebensmodell rechtfertigen zu müssen (in meinem Freundeskreis erfahre ich hierzu keine Kritik und die Meinung fremder Menschen kratzt mich persönlich herzlich wenig), aber es gibt so viele Faktoren, die dazu führen, dass Familien sich für dieses Modell entscheiden und ich finde es gegenüber den unzähligen Frauen, die sich tagtäglich zu Hause ihren Allerwertesten aufreißen, unsagbar unfair, dass es Frauen (sic!) gibt, die sich auf ein hohes Ross schwingen, weil sie Erwerbsarbeit nachgehen und glauben, sie würden deshalb ein feministischeres, wertvolleres Leben führen, als diejenigen, die das nicht tun. Meiner Ansicht nach kann ein Lebensmodell, für das ich mich frei entscheide, gar nicht unemanzipiert sein. Oder anders formuliert, ich bin nicht automatisch unemanzipiert (wer mich kennt, weiß, dass das extreme Gegenteil der Fall ist), weil ich mich dafür entschieden habe, während meine Kinder klein sind, keiner Erwerbsarbeit nachzugehen. Unemanzipiert sind da, wenn man es genau nimmt, unsere Gesellschaft und die Arbeitgeber, die es verhindern, oder doch zumindest erschweren, dass Männer sich für ein Leben als Hausmann entscheiden – sei es, weil diese Rolle gesellschaftlich doch noch sehr verpöhnt ist; sei es, weil die Gender-Pay-Gap dazu führt, dass es für das finanzielle Auskommen der Familie von Nachteil ist, wenn sie statt auf das Vollzeiteinkommen der Frau auf das des Mannes verzichtet.

Im Gegensatz zu meinem Mann bin ich selbst wenig klassisch aufgewachsen. Als Baby und Kleinkind hatte mein Vater die Rolle des Hausmannes übernommen. Während er sich darin versuchte, seinen Traum vom Leben als freischaffender Künstler zu verwirklichen, ging meine Mutter arbeiten und war, unter der Woche oft auf Montage, meist nur am Wochenende anwesend. Mit Beginn der Schulzeit trat auch mein Vater wieder in die Erwerbsarbeit ein. Erst halbtags, recht schnell dann aber auch Vollzeit und ich wurde schon früh zum Schlüsselkind. Obwohl meine Großeltern in der Nähe wohnten, war ich als Einzelkind nach der Schule oft allein und habe mich nach einer „richtigen“ Familie gesehnt. Deshalb war es mir schon in meiner Kindheit klar, dass ich als Hausfrau bei meinen Kindern bleiben wollte, sollte ich denn einmal Mutter werden.

„Sei die Person, die du gebraucht hättest, als du noch jünger warst.“

Wir leben in unserer Familie bedürfnisorientiert. Das bedeutet, dass auf die Bedürfnisse aller Familienmitglieder Rücksicht genommen wird. Allein diese Tatsache verhindert unserer Ansicht nach, dass wir beide vollzeit bzw. im Augenblick ich auch nur teilzeit Erwerbstätig sind. Denn eine Abwesenheit beider Elternteile widerspräche zum jetzigen Zeitpunkt und Entwicklungsstand unserer jüngsten Kinder ihrem Bedürfniss nach Nähe zu wenigstens einer ihrer engsten Bezugspersonen. In dieses Lebensmodell sind wir mit jedem Kind nach und nach hineingewachsen. Der Krieger ging schon mit anderthalb Jahren zur Tagesmutter und kam mit drei in die KiTa. Auch weil ich damals das Gefühl hatte, ich müsse mich selbst verwirklichen (inwiefern das möglich ist, wenn man für jemand anderen die Arbeit tut, sei mal dahin gestellt) und dürfe mich von meinem Mann nicht abhängig machen. Als das Lüff ein paar Jahre später zu uns kam, war mir klar, dass ich das so nicht nochmal wollte, denn dem Krieger war schon anzumerken, dass er das ein oder andere Mal massiv darunter litt, nicht bei mir sein zu dürfen. Eigentlich wollten wir unser großes Mädchen erst mit drei in die KiTa schicken, aber das Lüff ist ein ganz anderes Kaliber als ihr großer Bruder und so geht sie nun auch schon seit fast einem Jahr meist mit Begeisterung in ihre KiTa. Aber es gibt sie halt die Tage, an denen sie zu Hause bleiben möchte, an denen sie meine Nähe braucht und da ist es gut und wichtig, dass sie nicht das Gefühl hat, abgeschoben zu werden und bleiben darf, bei ihrer Mama und dem Effchen.

Klassisches Familienmodell aus sozialem Zwang

Wie oben schon erwähnt, war auch die finanzielle Frage ausschlaggebend für unsere Entscheidung, dass ich zu Hause bleibe und nicht der Rockstar. Mein Mann war schon lange in einer Vollzeitstelle engagiert, während ich noch meinem Langzeitstudium nachhing und dieses durch einen Halbtagsjob in der selben Firma finanzierte, als ich mit dem Krieger schwanger wurde. Natürlich blieb ich dann in Elternzeit zu Hause. Bei aller Emanzipation ist so eine Entscheidung schlichtweg logisch. Nachdem ich nach der Elternzeit wieder in meinen Halbtagsjob zurück gegangen war, bot unser Chef mir nach einiger Zeit eine Stelle als Key Account Managerin in seiner anderen Firma. Leider entsorgte er mich mit meiner zweiten Schwangerschaft ganz elegant aus diesem Betrieb und durch die Erfahrungen, die ich in dieser Zeit mit meinem Arbeitgeber machte, stand für mich fest, dass ich nach Möglichkeit nie wieder in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis stehen wollte. Für mich ist unsere Familie zum jetzigen Zeitpunkt also auch ein tolles Sprungbrett in die Selbstständigkeit, die ich derzeit noch hobbymäßig betreibe, aber für die Zukunft auf jeden Fall weiter ausbauen möchte.

Ich fühle mich nicht abhängig von meinem Mann. Wenn es auch einige Zeit gebraucht hat, bis ich es so sehen konnte, da war er viel schneller als ich: Wir sind eine Gemeinschaft und nur weil er das Glück hat, für seine Arbeit bezahlt zu werden, heißt das nicht, dass meine Arbeit weniger wert wäre. Er käme niemals auf die Idee mir den Geldhahn abzudrehen (Wehe ihm!) und unsere Entscheidungen treffen wir natürlich völlig gleichberechtigt. Denn wäre die Ausgangslage eine Andere gewesen, so wäre es für den Rockstar und mich auch vorstellbar gewesen ein ganz anderes Modell zu leben. Er als Hausmann etwa, oder wir beide in Teilzeit. Wir verzichten dadurch, dass nur einer von uns Erwerbstätig ist auf viel. Vor allem finanziell ist es eine große Einschränkung und nicht umsonst heißt es, dass Kinder ein Garant für Armut in unserem Land sind. So haben wir zum Beispiel seit vier Jahren keinen Urlaub mehr machen können. Aber das ist unser Luxus. Wir haben vielleicht wenig Geld – dafür haben wir Zeit.

Immer zu Hause und doch nie Zeit

Obwohl… Nein, Zeit hat man mit drei Kindern nie. Die Arbeit hört nie auf, fast täglich muss der Rockstar, wenn er von der Arbeit kommt, auch noch einen Teil der Hausarbeit übernehmen, weil ich vor lauter Wäsche waschen, aufräumen, Kinder kutschieren und co. doch mal wieder den Einkauf nicht geschafft habe oder die Bude noch gesaugt werden muss. Die Hausfrau, die in der blitzblank geputzten Küche ihre Nägel lackiert, ist ein herer Traum, aber eben nur das – ein Traum. Und so streiten auch wir darüber, wie die Handtücher gefaltet werden, weil ich die Wäscheberge eben nicht allein bezwingen muss, und wir können abends nicht ständig kuschelnd auf dem Sofa liegen (schön wär’s). Und langweilig wird es uns übrigens auch nie. Zum Einen habe auch ich noch viele Interessen neben Haus und Kindern. Meistens fehlt uns aber einfach die Zeit.

Oll.

Es ist noch nicht so lange her,

erst ein ganz paar Wochen,

das letzte Jahr im dritten Jahrzehnt,

die 39 ist angebrochen.

Früher – früher hab ich laut getönt:

Was ihr schon alle habt.

Alt werden woll’n sie alle,

alt sein, macht euch verzagt.

 

Nun sitz ich hier,

ich schlaues Wesen,

an Schlaf ist kaum zu denken.

Statt stundenlang am Thresen

steh ich an Kinderbetten.

Durchtanzte Nächte, Schweiß und Lachen,

wo seid ihr hin? Ihr fehlt mir schon.

Was soll mich glücklich machen?

 

Nun klopft sie an, die große Vier

und mit ihr auch die Falten.

Und graue Haare kommen auch,

gehör jetzt zu den „Alten“.

Früher war ich jung und schön

jetzt bin ich nur noch und.

Doch dann, dann ist er plötzlich da,

der süße kleine Mund.

 

Herzenskinder – eins, zwei, drei

Effchen, Lüff und Krieger.

Ein Blick von euch, genügt mir schon,

die Jugend hat mich wieder.

Ach Mama, du bist längst nicht oll,

das sagt ihr mit nem Lachen.

Und eigentlich, ja, weiß ich’s wohl:

Das tut’s – mich glücklich machen!

Müssen Kinder essen müssen?

Als ich Anfang der Woche den Krieger-Sohn von der Schule abholte, empfing mich ein gleichsam verstimmtes wie verstummtes Kind. Erster Schultag nach den Osterferien und gleich scheiße gelaufen – na, toll. Der Sohn faltete sich murrend zwischen seine Schwestern ins Lastenrad und gab, nachdem er seine Knie mit denen vom Lüff sortiert hatte, grimmig bekannt, am heutigen Tage schlechte Laune zu haben. Danach: Funkstille. Danke fürs Gespräch, mein Sohn. Aufklärung kam dann aber schnell über seine Freundin, die uns nach Hause begleitete: Erstens mal durfte er seine Geburtstagssüßigkeiten nicht verteilen, weil keine Zeit gewesen wäre. – Ja nu. Blöd gelaufen, aber morgen ist ja auch noch ein Tag, dachte ich mir. Aber dann. Dann folgte Zweitens auf dem Fuße: Der Krieger hätte keinen Nachtisch bekommen und würde deshalb schmollen. Wie jetzt? Naja, es hätte Burger zum selbst belegen gegeben (was ich, nebenbei bemerkt, ein tolles Schulessen finde), den der Krieger nicht aufgegessen hätte. Aber als er Vanillepudding wollte, hätte Frau L. gesagt, er müsse erst aufessen. Und das hätte dann so lange gedauert, dass für den Nachtisch keine Zeit mehr gewesen wäre. – Klar, da wäre ich auch sauer, sagte ich dem Krieger. Sogar mehr als das, dachte ich im Stillen und finde, dass man das Verhalten der Klassenbetreuerin mal wieder als typisch erzieherische Aktion von Erwachsenen sehen kann. Gut gemeint ist halt nicht immer gut gemacht.

Als ich dem Rockstar-Gatten am Abend davon berichtete, regte der sich furchtbar auf: Was der Frau einfallen würde?! Wenns ums Essen geht, würden immer noch die Eltern erziehen. Nicht die Schule. (Wir ja gerade auch nicht. Darum gehts doch, mein Schatz. 😉 ) „Du redest morgen mit der Klassenlehrerin!“ Ja, äh, nur wann? Zahnarzttermin in der Frühe… na, dann am Nachmittag, wenn ich sie noch erwische. Am nächsten morgen hatte Effchen mich dann dankenswerter Weise schon um fünf geweckt, und da das Thema mich umtrieb – zumal der Krieger auch noch das Abendessen verweigert hatte, weil er zu vollgefressen war – und ich sowieso nicht wieder in den Schlaf finden konnte, schrieb ich einen langen, langen Brief an Frau K. und Frau L., in dem ich meine Meinung über Bevormundung, körperliche Integrität, kindliche Autonomie und Fremdbestimmung durch autoritäre Erwachsene kundtat. So ganz allgemein und freundlich aber bestimmt, wie das so meine Art ist. Weil der Rockstar dann aber meinte, persönlich besprochen wäre das vielleicht doch besser, versuchte ich beim nachmittäglichen Abholen, leider erfolglos, noch einen der beiden Protagonisten zu erwischen.

Eingestellt auf eine beleidigte Lehrerschaft, überraschte mich des Kriegers Klassenlehrerin am Abend mit einem Anruf, bei dem sie sich tatsächlich für meinen Einsatz in Form dieses Briefes bedankte, weil sie jetzt endlich auch von Elternseite etwas in der Hand hätte, mit dem sie dieser Unsitte bei den Kollegen in der Klasse (Sozialpädagogen, Lehrern, BUT-Kräften und Co.) endlich einmal beikommen könnte. Sie berichtete mir noch von Diskussionen in der Vergangenheit, in der diese typischen Argumentationen kamen: Ich musste damals auch immer aufessen, etc. pp blabla. Und dass Frau L. ganz zerknirscht gewesen wäre, weil sie hätte ja gar nicht gesagt, der Krieger müsse aufessen. Sie hätte ja nur gesagt: „Na, wenn du satt bist, magst du ja sicher auch keinen Nachtisch mehr!“ *seufz*…ich spare mir an dieser Stelle Ausführungen über manipulatives Verhalten. Wem das nicht ins Auge springt, dem empfehle ich die verlinkten Seiten am Schluss. Auch für die, denen sich bei solchen Sätzen ebenfalls die Zehennägel kringeln, tolle und lohnenswerte Lektüre zum Thema essen müssen und Fremdbestimmung ganz allgemein.

Auf jeden Fall waren des Kriegers Klassenlehrerin und ich uns einig: Satt ist satt und Nachtisch geht immer!

Das und das sagt der Juul!

Geborgen wachsen hat auch einzwei schlaue Worte dazu.

Hier und dort etwas von Elternmorphose.

Und zu guter Letzt auch noch was richtig Wissenschaftliches.

 

 

 

 

 

 

Merken,

Merken

Merken

Merken