Time to say Good bye!

Seit neuestem gibt es bei uns ein Lieblingswort. Also, nicht bei uns allen. Beim Effchen. Effchens Lieblingswort lautet „Kacka!“. „Kacka!“ begeistert sie enorm. „Kacka!“ dient der Bezeichnung fürs kleine und große Geschäft. „Kacka“ ist ihre Meldung für die volle Windel und für „Ich möchte aufs Töpfchen“. Außerdem ist „Kacka!“ so toll, dass es auch noch für alles andere herhalten muss. Gestern Abend saß sie zum Beispiel in der Schaukel und mühte sich mit dem Wort Schaukel ab. Was dann ungefähr so klang: “ ‚chaukel… kaukel… KACKA!“ Großes Gelächter folgte. Die Begeisterungsfähigkeit kleiner Menschen ist schon erstaunlich. Fast so toll wie „Kacka!“ ist der Gang aufs Töpfchen. Dazu nutzt sie jede Gelegenheit. Sobald jemand auf dem Klo sitzt, zerrt sie an ihrer eigenen Beinbekleidung und gibt energisch zu erkennen, dass man diese doch bitte so schnell wie möglich entfernen möge. Zeitgleich wird das Töpfchen aus der Ecke gezerrt. Wobei es aber nicht bleibt, denn sie zerrt dann lieber auch direkt den Toilettengänger vom entsprechenden Örtchen und schiebt diesem ihren Hocker über die Füße vor die Keramik. Reihenfolge variabel. Frei dem Motto: Platz da, jetzt komm ich! Mit „Kacka, da!“ wird dann noch die Sitzverkleinerung, die an der Wand hängt verlangt, und dann klettert das Effchen auf ihren Thron. Und wieder runter aufs Töpfchen. Und wieder aufs Klo. Sitzt da und freut sich und zerpflückt das Toilettenpapier. Deutet an, sich abzuwischen, schmeißt die Fitzel ins Klo, klettert – ansonsten unverrichteter Dinge – wieder runter und tappst mit hochgeklapptem Body zurück an den Ort, wo sie zuletzt gespielt hat. Manchmal hinterlässt sie dann noch hier und da ein Pfüzchen, wenn Mama nicht schnell genug hinterher kommt. Nun ist es also soweit. Das Kind will trocken werden. Das heißt für uns, mit Handtüchern bewaffnet hinter dem zumindest untenrum nackeligen Kind her zu sein, das Töpfchen anzubieten, jedes Pipi machen wohlwollend zu kommentieren (in etwa „Oh, schau mal, du hast Pipi gemacht. Vielleicht pieselst du ja beim nächsten Mal ins Töpfchen?“) und vor allem: Abschied von unseren geliebten Stoffwindeln.

Knapp daneben ist auch vorbei…

Wobei… leider sind wir seit einigen Wochen sowieso nur noch Teilzeitstoffwickler. Des Nächtens wurde Effchens bis dato eh schon schlechter Schlaf nämlich immer schlechter und schlechter, und irgendwann beschloss ich, einfach mal zu testen, ob es mit Wegwerfwindeln wohl besser gehen würde. Und was soll ich sagen? Ich mag es kaum laut aussprechen, aber tatsächlich hat es uns zumindest ein wenig Besserung gebracht. Offensichtlich ist das Effchen doch ein wenig empfindsamer als ihre Geschwister und wurde vom feuchten Klima in der Stoffwindeln immer wieder geweckt. Auch jetzt wacht sie vom Pinkeln auf, schläft aber mit den Wegwerfwindeln (die sich halt einfach schneller wieder trocken anfühlen, als jedes Trockenfleece in Stoffwindeln es ermöglicht) zum Glück schnell wieder ein. Falls du bisher darüber nachgedacht hast, Stoffwindeln zu verwenden, lass dich bitte, bitte von meinen Schilderungen nicht abschrecken! Unser Effchen ist wirklich extrem, was das angeht und ich kenne eine solche Empfindsamkeit von sonst keinem Kind. Da mein sowieso so geringer Nachtschlaf mir jedoch wichtiger ist, als dogmatisch auf die Nutzung von Stoffies zu bestehen, drücke ich beide Augen zu und hoffe, dass sie bald so gut schläft, dass sie doch wieder mit Stoffies schlafen kann. Denn ehrlich gesagt, sie sind schon ganz schön eklig, die Wegwerfwinkeln. Der Geruch ist einfach tausend mal schlimmer als der jeder schlecht gewaschenen Stoffwindel. Nach wie vor meldet sie sich ja immer noch nur nach dem Pinkeln, wodurch windelfrei leider nie eine Option für uns war. Obwohl ich das gerne probiert hätte. Aber wenn das so weiter geht, dann haben sich die Überlegungen zu diesem Thema wohl bald von selbst erledigt. Für unsere Stoffwindeln wird es auch Zeit. Nach vier Jahren im Dauereinsatz, zeitweise an zwei Kindern, sind die nämlich schon ziemlich abgerockt…

Was meinst du?