Aus den Federn, Vögelchen!

Gestern habe ich mich recht allgemein über die theoretische Kooperationswilligkeit unserer Kinder ausgelassen. Wie ich schon schrieb, klappt das bei uns immer fast immer nie so gut, wie wir uns das wünschen. Es gibt Situationen, da klappt es tatsächlich einfach gar nicht. Vor allem morgens ist das hier so eine Sache. Fast die ganze Familie bewegt sich zwischen ausgeprägtem Langschläfertum (der weibliche Teil der Gesellschaft) und morgenmuffelndem Frühaufsteherdasein (der Sohn – von mir hat er das nicht!), nur der Vater vons Janze ist eine regelrechte Lerche und springt schon morgens um sechs relativ beschwingt aus dem Bett, um als Erstes mal überall die Fenster aufzureißen.

Frischluft ist ja ungeheuer wichtig. Relativ betrachtet jedenfalls. Der Rest der Familie nimmt es eher nach dem Motto: „Es ist noch keiner erstunken, aber erfroren sind schon viele!“, was bei den Kindern dafür sorgt, dass sich die schlechte Laune entweder noch steigert, oder aber die Haltung in eine hartnäckige Weigerung das Bett zu verlassen übergeht. Inzwischen sind wir dazu übergegangen das Lüff noch im Bett anzuziehen und meine Andeutung dem Mann gegenüber, dass es vielleicht hilfreich wäre, die Fenster bis zum Vollzug des Anziehens geschlossen zu halten, um den Temperaturausgleich vom warmen Bett in die Morgenluft für die Kinder etwas angenehmer zu gestalten, hat den Rockstar doch tatsächlich auf die Idee gebracht, man könne den Temperaturausgleich doch auch andersherum gestalten. Kühlakkus unter die Bettdecke. Dann würden die Kinder sich an die Kälte der winterlichen Frischluftzufuhr gewöhnen und auch schneller aus den Betten kommen. Ich glaube, ich werde dieses Wochenende die Praktikabilität seines Vorschlages einmal testen und bin gespannt, ob er die Idee noch immer für gut befindet, wenn ich sie unter seiner Decke von der Theorie in die Praxis umsetze. Aber ich schweife mal wieder ab…

Wo war ich? Ach ja. Das Lüff und das Anziehen. Wenn es gar nicht klappt, darf sie auch mal im Schlafanzug in die Kita. Wenn diese Vorgehensweise auch dem Ordnungssinn des Rockstars sehr widerstrebt. Diskussion gestern früh in etwa: Ich zum Kind: „Dann gehst du halt im Schlafi in die Kita.“ Er zu mir: „Das geht aber nicht!“ Ich zu ihm: Warum nicht?“ Er: „Weil ich das nicht gut finde!“ Ich: „Und du findest das jetzt so blöd, dass du deshalb einen Kampf mit ihr austragen möchtest? Viel Spaß!“ Er: „…“ Ich: „Ich packe ihr schonmal Anziehsachen für die Kita in den Rucksack. Und heute Abend geht sie angezogen ins Bett.“ Diskussion beendet. Mal ehrlich: Solange das Kind nicht friert, ist es mir pupsegal, was es trägt. Der Lüff war es doch nicht so egal. Sie hat sich in der Kita dann doch als Erstes schnell umgezogen.

Beim Krieger ist es inzwischen etwas einfacher. Solange man unseren Großen morgens nicht unter Druck setzt („Beeil dich! In fünf Minuten müssen wir los!“), prüddelt er so vor sich hin. Manchmal vergisst er dabei leider das Anziehen, so dass das Druckmachen unsererseits leider nicht ausbleibt, was wüstes Gebrüll zur Folge hat. Mein mehrfach vorgebrachter Vorschlag, das Frühstück auf nach dem Anziehen zu verschieben, um die morgenlichen Abläufe etwas zu entspannen, schlug bisher bei meinen Männern auf wenig Gegenliebe. Pyjamajunkies!

Solange ich kein Kind anziehen muss, das dabei immer wegläuft oder rumhampelt, bin ich am Morgen jedenfalls die Liebenswürdigkeit in Person. Jetzt im Winter läuft es also ganz gut, weil der Rockstar die Kinder aus den Betten schmeißt. Ich sehne mich dahingehend nicht gerade nach dem Frühling, wenn er wieder längere Arbeitszeiten hat und das nicht mehr übernehmen kann. Noch kann ich mit dem Effchen zu Hause bleiben. Wenn ich dann mit drei Kindern allein aus dem Haus muss und davon noch zwei in Jacken und Schuhe zwängen, dann hört der Spaß für mich auf. Ich bewundere jeden Menschen, der dabei ruhig bleiben kann. Aber bis dahin habe ich ja noch ein bißchen Zeit…

 

2 Antworten auf „Aus den Federn, Vögelchen!“

  1. Ich musste doch sehr schmunzeln. Und ich harre des nächsten Artikels, der sich ja eventuell damit befasst, wie sehr der Rockstar das neue Kryo-Angebot unter seiner Bettdecke schätzt.

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