Herbst

Die Tage werden kürzer
Das Herbstlaub golden in den Himmel zweigt
Des Sommerlebens Hitze Sturmwindböen weicht
Die Unbeschwertheit davon weggetragen
Wer will in diesen Zeiten Neues wagen

Ich glaube nicht an Schicksal
Doch wollte es wohl die Begegnung
In unsrer Leben Herbst der Liebe Segnung
Als wir so plötzlich voreinander standen
In dem Moment des andern Seelenspiegel fanden

Was soll nun werden
Das Glück des Sommers unbedacht verspielt
Des Lebens Scherben jeder in den Händen hielt
Durch deiner lachend Augen Blick
Kam Schmerzensschatten mit zurück

Doch noch ist Herbst
Und goldnes Licht umspielt die Schatten
Schau nicht zurück auf das was wir im Leben hatten
Mein Herz es sehnt dich zu berühren
Auf meinen Lippen deinen Kuss zu spüren

Ein großer Schritt
Doch statt sich ängstlich von dem andern abzuwenden
Lass unsre trauernd Seelen Trost sich spenden
Vielleicht im Jetzt noch Glück zu finden
Bevor die lichten Tage ganz verschwinden

Der Winter naht
Wenn Herbstlaubblätter dann zu Boden fallen
Wenn Stürme ziehn und Nebel wallen
Wird dann trotz unsrer Herzen Klagen
Die zarte Seelenliebe fortgetragen

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Ich hatte eine Freundin

Ich hatte eine Freundin
wild, unbeugsam und frei
wir tanzten, sangen, lachten
so ging die Zeit vorbei
Das Band der Freundschaft eng geknüpft
so hab ich es geseh’n
Sie sah nur Konkurrenz in mir
und ließ mich einfach stehn.

Ich hatte eine Freundin
niemals war ich allein
mein Herz schlug für sie aufrichtig
bis tief hinab ins Bein
„Du bist zwar meine Freundin ja“
das sagte sie zu mir
„doch bist nicht so wie ich es will,
drum bleib ich nicht bei dir!“

Ich hatte eine Freundin
nein – eigentlich waren’s drei
und jedes, wirklich jedes Mal
da brach mein Herz entzwei.

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Oll.

Es ist noch nicht so lange her,

erst ein ganz paar Wochen,

das letzte Jahr im dritten Jahrzehnt,

die 39 ist angebrochen.

Früher – früher hab ich laut getönt:

Was ihr schon alle habt.

Alt werden woll’n sie alle,

alt sein, macht euch verzagt.

 

Nun sitz ich hier,

ich schlaues Wesen,

an Schlaf ist kaum zu denken.

Statt stundenlang am Thresen

steh ich an Kinderbetten.

Durchtanzte Nächte, Schweiß und Lachen,

wo seid ihr hin? Ihr fehlt mir schon.

Was soll mich glücklich machen?

 

Nun klopft sie an, die große Vier

und mit ihr auch die Falten.

Und graue Haare kommen auch,

gehör jetzt zu den „Alten“.

Früher war ich jung und schön

jetzt bin ich nur noch und.

Doch dann, dann ist er plötzlich da,

der süße kleine Mund.

 

Herzenskinder – eins, zwei, drei

Effchen, Lüff und Krieger.

Ein Blick von euch, genügt mir schon,

die Jugend hat mich wieder.

Ach Mama, du bist längst nicht oll,

das sagt ihr mit nem Lachen.

Und eigentlich, ja, weiß ich’s wohl:

Das tut’s – mich glücklich machen!

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