Echt magisch! Bilder einer Harry Potter Party.

Es ist ja schon wieder einige Zeit her, dass ich etwas aus unserem Alltag mit euch geteilt habe. Das lag unter anderem daran, dass ich nicht besonders inspiriert war, was irgendwelche Themen anging, über die ich ausgiebig schreiben wollte; außerdem hatten wir hier schon wieder einige kranke Menschlein und dann auch den ein oder anderen Geburtstag zu feiern, und deshalb gab es einfach unglaublich viel zu tun…

Nachdem ich im Januar fürs Lüff eine Geburtstagsparty unter dem Motto Frozen veranstaltet hatte, wünschte sich der Krieger nämlich direkt eine Harry Potter Party. Ich habe mich dann auch ziemlich zeitig an die Recherche gemacht, weil ich ja inzwischen wusste, wieviel Arbeit solche Mottos (Motti!?) mit sich bringen und feiere im Stillen immer noch Pinterest ab, wo ich einen Großteil der großartigen Ideen für diese Mottoparty gefunden habe. Da der Sohn sich außerdem eine Gartenparty mit Übernachtung gewünscht hatte, haben wir das Ganze dann in den Sommer verlegt, damit keines der Kinder Frostbeulen angezaubert bekommen würde. Ich hatte also genug Zeit für die Planung und Umsetzung – theoretisch. Wie es dann im chaotischen Alltag immer so ist, habe ich am Ende doch wieder alles auf den letzten Drücker gemacht und kam an den Abenden vor der Party nochmal richtig in Stress. Vor allem, weil der Krieger ein paar Tage vorher nochmal richtig krank wurde, und erst gar nicht feststand, ob die Party wirklich stattfinden würde. Da ich die Umsetzung solange herauszögerte, bis ich sicher war, dass wir doch feiern würden, wurde es dann alles mal wieder meeega knapp. Aber die Frage, warum ich mir das alles immer wieder antue, beantwortet sich, wenn man auf der Party in die strahlenden Augen der Kinder blickt. In dem Augenblick weiß ich genau: Der Einsatz hat sich absolut gelohnt!

Nachdem ich so viele Ideen gesammelt hatte, dass ich mindestens 90% davon wieder verwerfen musste, war zumindest klar, dass die Kinder eine ganz stilechte Einladung bekommen sollten. Hierfür habe ich mir passende Schriftarten besorgt, die man kostenlos im Internet finden kann. Dazu noch einen „echten“ Eulenpost Briefumschlag runtergeladen, und der Zauber konnte beginnen.

Für die Deko habe ich alles an Flaschen, Gläsern und Töpfchen zusammen gesammelt, was in unserem Haushalt auffindbar war, mir diverse auf Antik getrimmte Etiketten ausgedruckt und mit Klebestift draufgepappt (die Füllung der Flaschen war für die Kinder besonders reizvoll: Alle Naselang fragten sie, ob sie die bunten Tränke probieren dürften. Natürlich nicht! Es könnten unvorhersehbare Dinge geschehen. Wer weiß, wie sie auf Wasser mit Lebensmittelfarbe reagieren würden…). Aus den örtlichen Euroshops besorgte ich noch Kerzenständer, Figuren und so allerhand Kram, der mir irgendwie passend erschien, und die Süßigkeiten hatte ich jedesmal gekauft, wenn irgendetwas „Zauberhaftes“ im Angebot war. Mit dem Kuchen musste ich glücklicherweise nicht so einen Aufwand treiben. Der Krieger wünschte sich eine Torte, wie Hagrid sie für Harry gemacht hatte. Deswegen durfte sie auch leicht vermatscht im Garten ankommen.

Wunderkuchen mit Schokokusscremefüllung und Schokosahnetopping. Nicht schön – aber lecker!

Ursprünglich wollte ich am Rosenbogen, der an unserem Gartentor steht, Backsteintapete aufhängen, durch die die Kinder laufen sollten, wie um zum Gleis 9 3/4 zu gelangen. Wir haben uns dann mit Blick auf die Finanzen dagegen entschieden, was zu enttäuschten Nachfragen der Kinder führte. Merke: Sollte ich für die Mädels nochmal eine Potter Party  organisieren – vor die Wand zu rennen ist in den Augen der Kinder Pflichtprogramm.

Nachdem alle Kinder in unserem Garten eingetroffen waren, veranstalteten wir das Aufnahmeritual. Jedes Kind, das keinen eigenen Umhang mitgebracht hatte, erhielt einen Zaubermantel von uns. Hierfür mussten schwarze Männer-T-Shirts herhalten, die an der Vorderseite mittig aufgeschnitten wurden. Dann durfte es (das Kindnicht das T-Shirt) sich auf einen Stuhl auf der Terrasse setzen und bekam den sprechenden Hut aufgesetzt. Der „flüsterte“ mir zu, in welches Haus das Kind aufgenommen werden würde. Es war jedesmal Griffindor. So ein Zufall. Mit doppelseitigem Klebeband bekam das Kind dann das Wappen, das wir auf Fotokarton ausgedruckt hatten, auf die Robe geklebt.

Danach bekamen die Kinder ihre Zauberstäbe, die ich am Vortag aus Bambusessstäbchen (uuh, das Wort liest sich ja fast wie Parsel O.o ) und Fimo gestaltet hatte. Hierfür hatte ich die Stäbchen zuerst mit alter Seidenmalfarbe, die sich noch in den Untiefen meiner Bastelvorräte befand, dunkel gebeizt und danach die Griffe für jedes Kind unterschiedlich mit Fimo geformt. Die fertigen Zauberstäbe kamen dann in Schachteln, die ich aus braunem Tonkarton gebastelt und mit einem Ollivanders Etikett versehen hatte.

Leider habe ich versäumt, von allen Stäben ein Bild zu machen, bevor ich sie an die Kinder verschenkt habe. Deswegen habe ich nur eine Erinnerung an die festhalten können, die für meine Kinder bei uns geblieben sind. Schade!

Für manche Kinder (unter anderem meine) hatte ich spezielle Griffe geformt, andere bekamen sie zufällig zugeordnet. Bei der Übergabe wollte ich es aber aussehen lassen, als ob jeder Zauberstab seinen Besitzer selbst aussuchen würde. Öhm…jedenfalls war das der Plan. Leider hatte ich mit den Markierungen auf den Schachteln, die ich nachts um halb eins aufgemalt hatte, wohl etwas geschlurt, so dass mein Sohn dreimal hintereinander rief: „Das ist aber nicht mein Stab!“ So war die Wirkung etwas dahin. Trotzdem kamen die Stäbe total gut an, und die Geburtstagsgesellschaft fing auch gleich an, sich nicht nur Zaubersprüche, sondern auch die Stäbe so wild um die Ohren zu hauen, dass wir tatsächlich einschreiten mussten, um schlimmere Verletzungen zu verhindern.

Im Anschluss erzählte ich den Kindern dann, dass das Ministerium für Zauberei die jungen Zauberschüler als potentielle Gegner sehen würde und deswegen Fahndungsfotos von ihnen angefertigt würden. Ich verriet den Kindern natürlich nicht, dass einer der anwesenden Erwachsenen noch am selben Abend zum nächsten Drogeriemarkt fahren würde, um die Fotos direkt für die Schatzsuche am nächsten Morgen auszudrucken. So fand jedes Kind ganz magisch am Sonntagmorgen ein Fahndungsfoto von sich im Schatz…

Danach begann der Schulunterricht. Ich hatte mir hierfür drei Spiele überlegt. Zuerst bekamen die Kinder eine Stunde in Zauberkunde. Irgendwie waren mir die Sprüche und die Bilder der dazu gehörigen Stabbewegungen durcheinander geraten (was bin ich doch für eine ungeschickte Zauberlehrerin!), und so sollten die Zauberschüler dann die Sprüche sortieren und in die zuvor ausgeteilten Zauberbücher einkleben. Eine Fleißarbeit, die nicht jedem lag, und bei einigen etwas Gemaule auslöste. Natürlich war aber alles freiwillig, so dass diejenigen, die keinen Spaß daran hatten, diesen Teil ebenso natürlich überspringen durften. Ich habe die unvollständigen Bücher später am Abend zuhause fertig gestellt, da auch diese – ganz geheimnisvoll – in die Schatzkiste wanderten…

Aus irgendeinem Grund haben wir es versäumt, von den übrigen Spielen Fotos zu schießen.

Danach gab es eine Tränkestunde, für die ich kleine Zauberkessel aus Kunststoff gekauft hatte. Jedes Kind bekam einen Kessel, gefüllt mit einem geheimnisvollen Pülverchen (Brause) und ein Reagenzglas mit trüber Flüssigkeit (Zitronensaft). Glücklicherweise hebe ich ja jeden Unsinn auf, so auch die Glasröhrchen, in denen Vanillestangen in den Handel kommen. Ich wusste ja immer, dass man alles irgendwann noch einmal brauchen kann. 🙂 Ein paar Tage vorher hatte ich das Experiment mit Backpulver ausprobiert und es schäumte wirklich sehr vortrefflich. Mit Brause war der Effekt leider nicht ganz so eindrucksvoll, so dass auch die Gesichter nicht so erstaunt blickten, wie ich es erhofft hatte.

Für die Flugstunde wollten wir die Kinder eigentlich in einem Klettergurt am Schaukelgerüst hochziehen und ihnen einen Besen zwischen die Beine klemmen. Das hätte sicherlich auch ein tolles Fotomotiv als Andenken gegeben. Da wir aber nur einen Gurt für Kleinkinder hätten bekommen können, verzichteten wir auf diese Aktion und ließen die Kinder stattdessen nacheinander über unsere Slackline balancieren. Der Gleichgewichtssinn ist ja bekanntlich für den Flug auf dem Besen auch maßgeblich. 😉

Als letztes Spiel gab es am Abend noch einen Dementorenangriff. Mit einem großen Zauberstab durfte ein Geburtstagsgast nach dem anderen seine zuvor erworbenen Kenntnisse im Kampf gegen den Dementoren unter Beweis stellen. Es war großartig mitanzusehen, wie ernst die Kinder dieses Spiel nahmen. Mit viel Elan und Konzentration stürzten sie sich auf die Piñata und zerlegten sie nach und nach in ihre Einzelteile…

An dieser Stelle verließ ich dann die Veranstaltung, um mich zuhause um die Vorbereitungen für die Schatzsuche zu kümmern. Denn über Nacht verschwand ganz unbemerkt die Zauberausrüstung (Stab und Buch) der Kinder, nachdem sie mit meinem Mann noch eine Nachtwanderung durch den benachbarten Wald gemacht hatten. Und am nächsten Morgen erhielten sie eine Eulenpost von Dumbledor, der ihnen mitteilte, sie wären von Voldemort bestohlen worden  und müssten sich nun auf die Suche nach ihrem Schatz machen. Und fast alle waren sich sicher, ganz bestimmt eine Eule gesehen zu haben. Magie eben. Ich gab ihnen noch einige Hinweise und erzählte ihnen, irgendwas hätte mich auf den Weg in den Garten so merkwürdig angeheult (eifrige Stimmen klärten mich sofort auf, dass es sich im „Heuler“ gehandelt haben müsste), so dass sie wussten, dass sie für die Schatzsuche in der Gartenanlage bleiben mussten. In Dumbledors Brief fanden sie außerdem den Hinweis, dass sie als erstes Harry Potters Brille finden mussten, die ihnen bei der Suche sicher hilfreich sein würde.

Von dort fanden sie an jedem Gegenstand einen Hinweis auf den nächsten, und so hetzten sie in einer wilden Jagd durch den Garten, immer auf der Suche nach Dingen, die in den Büchern vorkommen. Hier waren die Kinder wirklich gut, und es dauerte nie lange, bis sie auf den nächsten gesuchten Gegenstand kamen.

Als sie dann schließlich auf den Schatz stießen, fanden sie neben ihren Zauberstäben und -büchern auch die Fahndungsfotos, ihren Patronus (einen Schlüsselanhänger in Form einer Eule) und ein Zeugnis über ihre erfolgreiche Teilnahme am Unterricht in Hogwarts und ihre tollen Leistungen im Kampf gegen Voldemort. Die Idee hierfür kam mir spontan, als ich in der Spiezeugabteilung eines Euroshops  auf goldgeprägtes Papier gestoßen bin. Erst Tage später wurde ich von meiner Freundin darauf aufmerksam gemacht, dass sich ein fieser Schreibfehler eingeschlichen hatte. Statt Voldemort hatte ich Voldendmort geschrieben. Das kommt davon, wenn man sowas mitten in der Nacht erledigt den Namen des Unaussprechlichen zu Papier bringt…

Die Schatzsuche zeigte dann auch das Ende der Party an, und nachdem sich die Kids begeistert auf ihre Sachen gestürzt hatten, wurden sie nach und nach von ihren Eltern abgeholt. Und von denen hörte ich – und das freute mich von Herzen und ich wusste, der Aufwand hatte sich wirklich gelohnt – dass ihre Kinder später noch begeistert von der Party erzählten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.