Ganz schön unverfroren!

Leute, ich bin geschafft. 14 Tage Geburtstagsvorbereitung liegen hinter mir. Und eine fette Sause für meine jetzt 4-jährige. Aber als das Lüff mir vorhin im Bett ins Ohr flüsterte, dass sie ihre Party sooo toll fand, wusste ich, dass sich der ganze Wahnsinn gelohnt hat. Und um ehrlich zu sein, hat es mir sogar ziemlichen Spaß gemacht, mal so richtig fett aufzufahren und alles durchzuplanen. Und am Ende war die Party an sich wesentlich stressfreier, als bei den Spontanaktionen, die wir auf den vergangenen Kindergeburtstagen gebracht haben.

Weihnachten war grade vorbei, und damit alle winterliche Deko aus den Geschäften verschwunden, da fiel meiner großen Maus ein, dass sie zu ihrem Geburtstag eine Eisköniginnen-Party veranstalten wollte. Mit Eisschloss. Und Elsa-Kleid. *Chrrrr* Ach ja? Wenns weiter nichts ist?! Disney for Wetlherrschaft!! Ich fing direkt an, nach einem passenden Kleid zu suchen. Aber die Kostüme, die es zu kaufen gibt, fand ich irgendwie nicht so… naja. Fürs gleiche Geld kann ich das selbst machen, dachte ich mir und habe ein paar Shops aufgetan, wo ich passende Stoffe für eine Eisprinzessinnenrobe erwerben konnte. Nebenbei habe ich bei Pinterest so ziemlich jede Idee abgegriffen, die ich zum Thema Frozen-Party finden konnte. Mein Gott, bin ich glücklich, dass jemand dieses Format erfunden hat! Vor allem tolle Motivtorten gab es dort, die mich sehr inspiriert haben, auch etwas herum zu experimentieren. Ich weiß jetzt zum Beispiel, wie man Kandisstangen herstellt (mindestens eine Woche vorher beginnen – die Dinger müssen wachsen), wie wichtig es ist, bei der Zuckerglasherstellung die richtige Temperatur zu erreichen (zu heiß wirds braun, zu kalt nicht hart und ohne die richtigen Zutaten leider wieder trüb – aber trotzdem hübsch anzusehen, oder?!), und dass man sich viel Arbeit sparen kann, wenn man Marshmallowfondant mit weniger als der angegebenen Puderzuckermenge zubereitet. Vielleicht schreibe ich in einer müßigen Stunde nochmal über das Tohuwabohu bei der Tortenbackaktion.

Ich finde, das Ergebnis kann sich sehen lassen, und ich bin ehrlich gesagt mehr als ein kleines bißchen stolz auf meine erste Motivtorte.

Nachdem ich bei Pinterest auch einen einigermaßen brauchbaren Schnitt für ein Elsa-Kleid finden konnte und vor zwei Wochen die Stoffe bei mir eintrudelten, habe ich so ziemlich jede freie Minute an der Nähmaschine verbracht. Und das waren nicht besonders viele… Nebenbei ein fettes Dankeschön an unseren unglaublich netten Paketboten, der mir das Päckchen noch nach Feierabend vorbei brachte, weil es wegen einer Tourenänderung erst am folgenden Tag ausgeliefert werden sollte! Und dann bin ich noch durch gefühlt jeden Laden Münsters gedüst, um die letzte, passende Weihnachtsdeko zu ergattern. Das wäre zwar ein bißchen einfacher gewesen, wenn das Lüff vielleicht ein paar Tage früher ihre Idee geäußert hätte, aber nach diversen Radtouren konnte ich dann doch noch das ein oder andere passende Teilchen mein Eigen nennen – Action,Tedi und meiner Mutter, die mich sowohl beim Shopping als auch mit allen anderen kurzfristigen Vorbereitungen unterstützt hat, sei Dank. Ohne die tolle Hilfe meiner Mutter wäre ich in den letzten zwei Tagen vermutlich ziemlich in Stress geraten.

Neben Schwiegermutters Häkeluntersetzern in Schneeflockenoptik habe ich auch noch altes Barkeeperwissen ausgegraben. Zitronensaft und Zucker sorgen für eisige Optik am Glasrand.

Wie der Geburtstag ablaufen sollte, hatte ich dieses Mal ziemlich engmaschig durchgeplant. Nachdem wir in den letzten Jahren bei des Kriegers Geburtstagspartys ziemlich negative Erfahrungen damit machen mussten, was passiert, wenn man einem Haufen wilder Kerle nicht genug zu tun gibt, und dabei nicht nur das grade erst zum Geburtstag erhaltene Spielzeug, sondern sogar so manches Möbelstück zu Bruch gegangen war, wollte ich diesmal kein Risiko eingehen. Das Eisköniginnen-Motto bot uns eine schöne Möglichkeit für ein paar nette Spiele und Basteleien, die alle im Rahmen einer Olaf-Ralley stattfanden.

Bei jeder Aktivität haben die Kinder einen Teil von Olaf gefunden. Der Rockstar hilft der Geburtstagslüff am Schluss beim Zusammenbasteln.

Besonders gut hat mir persönlich die Idee gefallen, die Kinder zur Geschenkeübergabe eine Runde Flaschendrehen spielen zu lassen. Unsere Gastgeberin durfte die Flasche drehen und das Kind, auf das die Flasche zeigte, durfte sein Geschenk übergeben. So wurde das Überreichen der Geschenke für alle Kinder ein spannendes Erlebnis an Stelle von unübersichtlichem Chaos. Das war unser erstes Spiel, nachdem ich eine kurze  Geschichte vorgelesen hatte, in der ich den Kindern erzählte, warum Olaf auseinander geflogen war, und dass sie unserer Eiskönigin helfen sollten, alle Teile wieder zu finden. Danach bastelten wir Zauberstäbe, mit deren Hilfe unsere kleinen Gäste Olafs Teile zu einem Ganzen zusammenzaubern sollten. Bei der Planung hatte ich natürlich nicht bedacht, dass flüssiger Bastelleim und 4-jährige eine unkalkulierbare Mischung darstellen. Am Ende waren die Zauberstäbe nicht rechtzeitig trocken und meine Mutter stand wacker mit dem Fön bewaffnet im Bad, um den Kleber wenigstens zum Heimweg einigermaßen trocken zu bekommen.

Aus Mandala-Malbüchern hatten wir paarweise „Schneeflocken“ ausgeschnitten, die die Kinder mit Perlen und Flitter bekleben konnten und von uns Eltern schließlich mit einigen Satinbändern als Zauberstäbe an Stöcke geklebt wurden.

Neben den geplanten Spielen, dass die Kinder auf Eisschollen (Handtüchern) einen Fluss überqueren, durch einen Eis-(Kriech-)tunnel kriechen und beim Stopptanz einfrieren und so die nächsten Olafteile ergattern konnten, ließen wir ihnen immer auch Zeit zum freien Spiel und die Möglichkeit, sich aus den Spielen auszuklinken. Ich erinnere mich mit Grausen an den ersten Kindergeburtstag, zu dem unser ältester eingeladen war, der derart strikt durchgetakten war, dass mein armer, damals dreijähriger, auf dem Heimweg im Auto heulend zu mir sagte, wie doof er alles fand, weil es viel zu viel für ihn war und er niiiie wieder zu einem Geburtstag gehen wollte. Was sich zum Glück natürlich schnell erledigt hatte, aber dennoch war das ein Beispiel dafür, dass man als Eltern bei einem Kindergeburtstag auch nicht zu viele Ambitionen und Perfektionismus an den Tag legen sollte.

Das Lüff strahlt beim Anblick des sehnlich gewünschten Eisschlossen in Form einer Torte. Die angebotenen Süßigkeiten passten farblich oder von der Form zum Thema.

Ich glaube, dass uns heute die richtige Mischung gelungen ist. Die Gäste waren toll, die Stimmung war toll. Unser Mobiliar ist heil geblieben…

Für unsere Maus war der Tag perfekt und obwohl ich wirklich viel zu tun hatte, war ich dieses Mal wesentlich entspannter als sonst. Ich denke, dass ich keine Party mehr veranstalten werde, ohne sie gut durchzuplanen. Der Krieger wünscht sich übrigens „Harry Potter“…

 

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