… möchte jemand da zufällig hin?

„… möchte jemand da zufällig hin?“ stand Anfang März in meiner Timeline beim Gesichstsbuch zu lesen. Meine Freundin Diana hatte den Link zu einem Barcamp in Essen geteilt. Thema: Kommunikation. Spannend fand ich. Kongresse, Seminare, Fortbildungen – alles Veranstaltungen, die ich ausgesprochen gerne besuche. Mit Barcamps hatte ich bisher noch keine Erfahrungen gemacht. Und Kommunikation ist ein Thema, dass mich nicht nur wegen meiner Tätigkeit als Beraterin brennend interessiert. Und das sich aus dem Facebookpost ergebende Gespräch zeigte dann auch gleich, wie wichtig genaue Ausdrucksweise in der Kommunikation ist:

Ich: „Klingt interessant. Ganzes Wochenende oder nur einen Tag?“
Sie: „Kann man sich aussuchen.“
Ich: „Ja, hab ich gesehen. 🙂 ich präzisiere meine Frage: Möchtest du nur einen Tag hin oder das ganze Wochenende?“
Sie: „Anne, ein Tag würde mir reichen.“

Kristina, eine weitere Freundin von Diana, klinkte sich mit ein und nach einigem Geschreibsel entschieden wir drei uns, nur den Samstag hinzufahren. Ja, und gestern war es dann soweit.

Nach kleinen Startschwierigkeiten, verursacht durch die Deutsche Bahn, die einfach mal vergessen hatte, am Bahnsteig darüber zu informieren, dass unser Zug aus einem anderen Gleis abfahren würde (Kommunikation ist alles!), kamen wir trotzdem noch recht pünktlich in Essen im unperfekthaus an (eine äußerst geniale Location, nebenbei bemerkt) und hatten sogar noch Zeit, uns in aller Ruhe am Frühstücksbuffet zu bedienen, bevor das Barcamp Kommunikation 2019 dann mit 40 Teilnehmern startete und 8 Stunden geballte Informationen folgten.

Viele spannende Themen wurden von den ganz unterschiedlichen Teilnehmern angeboten und spontan entschloss ich mich, eine Frag mich! – Runde zum Thema Attachment Parenting und gewaltfreie Kommunikation mit Kindern anzubieten, für die auch ein paar Leute (ich präzesiere: Mütter – obwohl auch einige Väter anwesend waren) Interesse bekundeten. Eigentlich hätte ich das gerne schon am Vormittag hinter mich gebracht, es kollidierte dann aber mit einem Vortrag über Spiritualität (was übrigens herzlich wenig mit Esoterik zu tun hat, sondern viel mehr mit Selbstwahrnehmung, aber dazu ein andernmal vielleicht mehr), den ich gerne selbst besuchen wollte, so dass ich mein Angebot auf den späten Nachmittag verschob. Am Ende kam dann leider doch nur eine der Frauen zu meiner Fragerunde und wir beschlossen, statt dessen zu „Blog entspannt“ zu gehen. Ich war aber, ehrlich gesagt, gar nicht so furchtbar unglücklich darüber, weil ich aus Annas Vortrag ganz viel gezogen habe – nicht so sehr grundsätzlich neue Informationen, aber doch den Schubser, hier auch mal wieder aktiver zu werden – danke, Anna!

Was habe ich außerdem mitgenommen? Inhaltlich nicht viel Neues, nein. Was mich aber in keinster Weise enttäuscht hat. Zum Einen liegt es in der Natur der Sache, dass bei der Kürze der Sessions Themen immer nur kurz angerissen werden können – was einem aber durchaus Impulse liefert, den einen oder anderen Punkt später noch selbst zu vertiefen. Zum Anderen ist Kommunikation ein Thema, für das ich mich schon seit Jahren begeistere, so dass ich schon recht viel Vorwissen mitbrachte. Was ich aber durchaus mitnehmen konnte, war zum einen das Gefühl mich bestärkt zu fühlen, dass ich  meine Beratungstätigkeit für euch in der nächsten Zeit weit über das Thema Stoffwindeln hinaus erweitern kann und möchte. Außerdem haben mich ganz viele Menschen sehr beeindruckt durch ihr Tun, weil sie sich auf diesem Barcamp ihren Ängsten gestellt haben und dadurch weit über das Bild hinaus gewachsen sind, dass sie zuvor von sich selbst gemalt haben. Chapeau, Sebastian und Kat! (Und vielleicht schreibe ich in den nächsten Tagen noch darüber.)

Und über mich habe ich auch noch einiges heraus gefunden:

– Obwohl ich immer sage, ich finde Schubladendenken blöd, tendiere ich genauso wie alle anderen dazu, Menschen hinein zu stecken. Ich kann sie aber genauso schnell wieder raus holen.
– Ich muss üben, auch einfach mal nichts zu sagen. Ich gebe zu fast allem meinen Senf ab – meist zwar relativ eloquent – aber ich will für mich lernen, dass Schweigen mir nicht weh tut.
– Ich habe mehr innere Stärke, als ich dachte. Früher hätte ich mich sehr zurückgewiesen gefühlt, dadurch dass dann doch (fast) niemand zu meiner Fragerunde kam. Aber tatsächlich war es für mich vollkommen ok, dass mein Thema für die anderen Teilnehmer zu speziell und damit nicht so interessant war wie andere Themen.

Was mir in dem Zusammenhang jedoch aufgefallen ist: Durch fast alle Sessions, die ich besucht habe, zog sich ein kleiner roter Faden – unsere Angst vor Ablehnung durch andere in der Kommunikation, die immer geprägt ist durch die Glaubensgrundsätze, die wir uns als Kind aneignen.  Weshalb ich nächstes Jahr das Thema erneut anbieten werde – diesmal aber (und danke Diana, für den Austausch mit dir auf der Rückfahrt und die Inspiration!) das ganze thematisch enger gefasst: Grundsteinlegung für gelungene Kommunikation im Erwachsenenalter – GFK mit Kindern.  Denn dass ich nächstes Jahr wieder teilnehmen werde, das ist klar. Dann aber an beiden Tagen!

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3 Antworten auf „… möchte jemand da zufällig hin?“

  1. Ich hab mich gefreut dich
    in Ruhe kennenzulernen, eine Wartezeit und Zugfahrt lang. Cool, dass du deine Learnings schon so schnell retrospektive mit uns in deinem Blog geteilt hast.
    Freue mich auf ein baldiges zweites Treffen.

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