Stillen die Erste! Von Pilos und Milchkotze.

Stillen ist ja immer wieder Thema.  Stillste nicht, isses verkehrt. Stillste zu lange, isses auch verkehrt. Eigentlich kann man es als Mutter ja nur verkehrt machen. 😉 Ich bin zum Glück weitestgehend von irgendwelchen Kommentaren verschont geblieben und konnte es immer so machen, wie es für mich und meine Kinder passte. Und das ist doch auch, worauf es ankommt. Mach es so, wie es für euch passt!

Schon in der Schwangerschaft mit dem Krieger war ich sicher, dass ich stillen wollte. Bis zum ersten Geburtstag. Und dann sollte es genug sein. Die Jüngste Tochter meiner Tante ist so alt wie unser Großer und sie und ihre vier älteren Geschwister wurden alle das erste Lebensjahr gestillt. Das war bei meinem ersten Kind irgendwie Vorbild für mich. Bald neun Jahre ist das jetzt her.

Der Krieger an der mütterlichen Brust. Im Rückblick die entspannteste Stillbeziehung von allen.

Damals war es in der Klinik, in der ich alle meine drei Kinder entbunden habe, noch üblich, dass die Kinder direkt zugefüttert wurden, wenn die Schwestern den Eindruck hatten, sie würden nicht genug aus der Brust bekommen. Tatsächlich hat es bei meinen ersten beiden Kindern jedesmal geschlagene 5 Tage gedauert, bis die Milch eingeschossen war. Dann klappte es aber eigentlich ganz gut mit dem Stillen. Trotzdem hatte ich mir aus unerfindlichen Gründen von meiner Hebamme einreden lassen, dass ich nicht genug Milch hätte und habe in den ersten Wochen zugefüttert. Trotz Flasche und Schnuller wurden wir von der berüchtigten Saugverwirrung verschont, und als ich dann nach kurzer Zeit anfing, meine Milch ins Waschbecken auszustreichen, um einen Milchstau zu verhindern, habe ich das Milchpulver dann doch recht schnell in die hinterste Schrankecke verbannt. Da ich nie abpumpen konnte und meine Milchbar auch beim Ausstreichen keine nennenswerte Menge produziert hat, war ich aber ganz froh darum, dass mein Mann auch mal eine Flasche Pulvermilch geben konnte, wenn ich unterwegs war. Es lief super. Wir stillten nach Bedarf, der Krieger trank schnell und effizient. Nach 10 Minuten maximal waren wir fertig und nach nochmal zehn Minuten konnte ich mich und das Kind umziehen, weil die Hälfte der Milch auf ihm und meiner Schulter landete. Und im Haar. Und auf dem Boden. In hohem Bogen und in meinen Augen ungeheuren Mengen. Er war ein klassisches Speikind, und ich konnte mir nicht vorstellen, dass überhaupt noch etwas in dem kleinen Bauch geblieben war. Der Kleine nahm trotzdem gut zu; alles war toll und entspannt und hätte ewig so weiter gehen können. Wenn, ja wenn nicht die dummen Zähne uns einen Strich durch die Rechnung gemacht hätten. Pünktlich mit sechs Monaten begann das Zahnen und damit endete das Stillen durch ziemlich schmerzhafte Art und Weise. Bei jedem Stillen biss der Krieger fest zu, zog den Nippel länger und länger und drehte den Kopf dabei herum. Der klassische Pilo – auch bekannt als Dreh-Zieh-Flopp. Ich versuchte es nett. Ich versuchte es bestimmt. Ich versuchte es leise. Meistens versuchte ich es laut. Ich versuchte es vierzehn Tage. Dann gab ich mich geschlagen und dem Sohn die Flasche. Zum Glück war das abrupte Abstillen bei ihm durch das anfängliche Zufüttern problemlos möglich und er hat sich eigentlich widerstandslos in sein Schicksal ergeben.

Im Nachhinein hätte ich ihn gerne länger gestillt. Damals war es unvorstellbar für mich. Trotzdem war es eine tolle Zeit und wenn ich den großen, wilden Kerl vor mir sehe, denke ich so manches Mal an das kleine, duftende Würmchen zurück, das sich schmatzend an mich schmiegte.

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